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Foto: Harald Pizzinini/iStockphoto

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Coronavirus trifft Luxusgüterbranche hart

Umsatzverlust

Luxusunternehmen wie Swatch, Burberry, Ralph Lauren, Coach und Capri Holdings, zu denen Michael Kors, Versace und Jimmy Choo gehören, haben jüngst vor massiven Umsatzverlusten aufgrund der Verbreitung des Coronavirus gewarnt. Die Aktienkurse der Luxuskonzerne wie LVMH, Kering oder Richemont gaben in Folge nach.

Eine Umfrage unter 28 Managern der Top-Luxusmarken durch Altagamma und die Boston Consulting Group BCG kam zu dem Ergebnis, dass der Gesamtumsatz aufgrund der Epidemie um bis zu 40 Milliarden Euro (43,4 Milliarden US-Dollar) niedriger ausfallen könnte. Die Folge wäre ein Ergebniseinbruch von rund 15% für die Branche, was einem Minus von rund zehn Milliarden Euro entspricht. Die Hauptursache für den Niedergang ist das momentan fast auf null zurück gefahrene Geschäft in China, wo die Verkäufe aufgrund weit verbreiteter Ladenschließungen und Käufer, die sich in ihren Häusern einigeln, sinken. Die Umfrage schätzt, dass 10 bis 15 Millionen Produkte, die ursprünglich für China bestimmt waren, nicht verkauft werden können, was Unternehmen dazu zwingt, diese Artikel in andere Teile der Welt umzuleiten. Doch es droht noch mehr Ungemach, da die chinesischen Touristen ausbleiben. Sie geben viel Geld für Luxusgüter aus und tragen zu den Einzelhandelsumsätzen mit Luxusgütern in Städten von Tokio bis New York bei. Denn 43 Prozent des gesamten Branchenumsatzes resultierten aus Käufen von Touristen. Viele haben ihre Trips verschoben oder sind mit Reisebeschränkungen konfrontiert. In Paris, Frankfurt, Venedig, Mailand und Zürich haben Einzelhändler bereits einen deutlichen Rückgang von chinesischen Kunden festgestellt. Saisonunabhängige Bereiche, wie Uhren und Schmuck, könnten einen Großteil ihres verlorenen Geschäfts schnell wieder gutmachen, sobald sich die Bedingungen normalisiert haben, glauben Experten. Die Luxusindustrie ist mittlerweile anfällig für eine Verlangsamung in China, da chinesische Käufer, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes einkaufen, etwa ein Drittel der weltweiten Ausgaben für Luxusgüter ausmachen. Auch, falls sich das Geschäft vor Beginn des Jahres 2021 möglicherweise nicht wieder normalisiert, sind die befragten Luxusmanager zuversichtlich, was ihre langfristigen Aussichten angeht. Die meisten erwarten eine rasche Erholung im nächsten Jahr. In Norditalien haben viele Luxusgüterunternehmen ihre Angestellte für eine Woche in den bezahlten Urlaub geschickt, um eine Ansteckungsgefahr der Belegschaft zu vermeiden. Der Modekonzern Giorgio Armani hat sämtliche Produktionsstätten in Norditalien stillgelegt, zunächst für eine Woche. Die Armani-Zentrale in Mailand ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Aus Angst vor dem Coronavirus hatte Firmengründer Giorgio Armani schon am Sonntag für seine Modenschau in Mailand das Publikum ausgeladen und das Event nur im Internet übertragen. Und Gucci bittet seine Mailänder Mitarbeiter, möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Die Aktien der europäischen Luxusbranche sind in Folge stark unter Druck geraten. In Paris fielen LVMH um 4,2 Prozent, Kering um 5,6 Prozent und Hermes um 3,7 Prozent. In Zürich sackten Richemont um 5,3 Prozent ab und Swatch fielen um 5,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2009. In London büßten Burberry 4,5 Prozent ein. „Die sich fortsetzende Ausbreitung des Coronavirus erhöht kurzfristig die Risiken für die Luxusbranche", meint Analystin Zuzanna Pusz von der Investmentbank UBS.

Der Brennpunkt der GZ-März-Ausgabe analysiert ausführlich die Folgen der Epidemie für die Schmuck- und Uhrenbranche.

 

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