Das Magazin für Schmuck und Uhren

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Am Wendepunkt

Baselworld Bilanz

Die Baselworld 2019 schloss mit einem Minus bei Ausstellern und Besuchern – soll jedoch die Trendwende einläuten. Die Ankündigung neuer Formate ab 2020 sorgt für Aufbruchsstimmung.

Den Schrumpfungsprozess hat auch der seit neun Monaten amtierende Baselworld-Chef Michel Loris-Melikoff nicht aufhalten können. Die Zahl der Aussteller ist noch einmal um ein Fünftel auf 520 zurückgegangen. Vor allem die Absage der Swatch Group riss ein sichtbares Loch in die Uhrenhalle. Wenig überraschend brach die Besucherzahl um 22 Prozent auf 81 200 ein. Und es kamen zwölf Prozent weniger Medienvertreter nach Basel – insgesamt waren es über die sechs Messetage 3300 akkreditierte Journalisten. Dafür stieg aber dank neuer digitaler Formate wie Chatbots, Podcasts, Augmented Reality und Live Streams die mediale Reichweite um mehr als zwölf Prozent. Michel Loris-Melikoff ist überzeugt: „Die Talsohle ist erreicht.“

So viel zu den Zahlen. Aussteller berichteten jedoch nach Messeschluss am 26. März von guten Geschäftsabschlüssen und vielversprechenden Kontakten. Die zahlreichen Neuerungen wie etwa die Fashion Shows auf der Show-Plaza, der Watch Incubator für Uhren-Startups sowie die Aufwertung des Schmucksegments, aber auch das verbesserte Catering kamen gut an. Auf der Abschlusspressekonferenz betonte Loris-Melikoff: „2019 war ein Übergangsjahr für die Baselworld.“ Er habe während der Messe 827 Treffen absolviert. Bereits in den Monaten zuvor war er persönlich rund um den Globus zu den wichtigsten Protagonisten gereist, um genau zu erfahren, was sich die Manager wünschen. „Es braucht die Baselworld“, lautete Loris-­Melikoffs Fazit nach den Ge­sprächen.

Umbau eingeleitet

Doch damit das auch so bleibt, muss sich noch viel ändern, wie auf der Schlusspresse­konferenz deutlich wurde. Hier lüftete der Baselworld-Chef das Geheimnis des neuen Konzepts für 2020+. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Messe wird in den nächsten drei Jahren zu einer modernen Kommunikationsplattform mit zahlreichen digitalen Features umgebaut. Einmal im Jahr sollen sich hier Hersteller, Händler, Sammler, Journalisten sowie Influencer persönlich treffen, informieren und austauschen. An 365 Tagen können sie über alle Baselworld-Kanäle weltweit digital kommunizieren.

Bundesrat bestätigt die Bedeutung

Die angereisten Vertreter aus der Politik glauben jedenfalls an die Zukunft der Baselworld. Der Schweizer Bundesrat Ueli Maurer sagte anlässlich der offiziellen Messeeeröffnung: „Die Baselworld ist die Plattform für uns alle. Ich freue mich über die Begeisterung, die Leidenschaft und das Engagement, mit dem hier Produkte präsentiert werden. Das lässt sich nicht auf dem Bildschirm abbilden.“ Eva Herzog, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, pflichtete ihm bei: „Mit der Digitalisierung erleben wir die vierte industrielle Revolution. Das Format der Fachmesse steht vor großen Herausforderungen. Was die virtuelle Welt nicht kann, ist der persönliche Austausch. Ich danke daher der Messeleitung für die großen Veränderungen in kürzester Zeit.“ Michel Loris-Melikoff appellierte an die Branche:  „Lassen Sie uns gemeinsam die Transformation der Weltleitmesse angehen. Die Veränderungen in diesem Jahr sind nur das erste Kapitel des Buches über die Zukunft der Baselworld.“

Mit den zahlreichen Ideen und Veränderungen ab 2020 will man die Gunst der Branche zurückgewinnen. Bereits abgewanderte Aussteller haben laut Loris-Melikoff ihre Rückkehr signalisiert. Konkrete Namen wurden allerdings noch nicht genannt. Es bleibt spannend, was sich bis zur nächsten Baselworld vom 30. April bis 5. Mai 2020 noch tut.

Text: Axel Henselder

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