Das Magazin für Schmuck und Uhren

Wirtschaft

Foto: Thomas Stefan

Am Wendepunkt

Baselworld Bilanz

Die Baselworld 2019 schloss mit einem Minus bei Ausstellern und Besuchern – soll jedoch die Trendwende einläuten. Die Ankündigung neuer Formate ab 2020 sorgt für Aufbruchsstimmung.

Den Schrumpfungsprozess hat auch der seit neun Monaten amtierende Baselworld-Chef Michel Loris-Melikoff nicht aufhalten können. Die Zahl der Aussteller ist noch einmal um ein Fünftel auf 520 zurückgegangen. Vor allem die Absage der Swatch Group riss ein sichtbares Loch in die Uhrenhalle. Wenig überraschend brach die Besucherzahl um 22 Prozent auf 81 200 ein. Und es kamen zwölf Prozent weniger Medienvertreter nach Basel – insgesamt waren es über die sechs Messetage 3300 akkreditierte Journalisten. Dafür stieg aber dank neuer digitaler Formate wie Chatbots, Podcasts, Augmented Reality und Live Streams die mediale Reichweite um mehr als zwölf Prozent. Michel Loris-Melikoff ist überzeugt: „Die Talsohle ist erreicht.“

So viel zu den Zahlen. Aussteller berichteten jedoch nach Messeschluss am 26. März von guten Geschäftsabschlüssen und vielversprechenden Kontakten. Die zahlreichen Neuerungen wie etwa die Fashion Shows auf der Show-Plaza, der Watch Incubator für Uhren-Startups sowie die Aufwertung des Schmucksegments, aber auch das verbesserte Catering kamen gut an. Auf der Abschlusspressekonferenz betonte Loris-Melikoff: „2019 war ein Übergangsjahr für die Baselworld.“ Er habe während der Messe 827 Treffen absolviert. Bereits in den Monaten zuvor war er persönlich rund um den Globus zu den wichtigsten Protagonisten gereist, um genau zu erfahren, was sich die Manager wünschen. „Es braucht die Baselworld“, lautete Loris-­Melikoffs Fazit nach den Ge­sprächen.

Umbau eingeleitet

Doch damit das auch so bleibt, muss sich noch viel ändern, wie auf der Schlusspresse­konferenz deutlich wurde. Hier lüftete der Baselworld-Chef das Geheimnis des neuen Konzepts für 2020+. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Messe wird in den nächsten drei Jahren zu einer modernen Kommunikationsplattform mit zahlreichen digitalen Features umgebaut. Einmal im Jahr sollen sich hier Hersteller, Händler, Sammler, Journalisten sowie Influencer persönlich treffen, informieren und austauschen. An 365 Tagen können sie über alle Baselworld-Kanäle weltweit digital kommunizieren.

Bundesrat bestätigt die Bedeutung

Die angereisten Vertreter aus der Politik glauben jedenfalls an die Zukunft der Baselworld. Der Schweizer Bundesrat Ueli Maurer sagte anlässlich der offiziellen Messeeeröffnung: „Die Baselworld ist die Plattform für uns alle. Ich freue mich über die Begeisterung, die Leidenschaft und das Engagement, mit dem hier Produkte präsentiert werden. Das lässt sich nicht auf dem Bildschirm abbilden.“ Eva Herzog, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, pflichtete ihm bei: „Mit der Digitalisierung erleben wir die vierte industrielle Revolution. Das Format der Fachmesse steht vor großen Herausforderungen. Was die virtuelle Welt nicht kann, ist der persönliche Austausch. Ich danke daher der Messeleitung für die großen Veränderungen in kürzester Zeit.“ Michel Loris-Melikoff appellierte an die Branche:  „Lassen Sie uns gemeinsam die Transformation der Weltleitmesse angehen. Die Veränderungen in diesem Jahr sind nur das erste Kapitel des Buches über die Zukunft der Baselworld.“

Mit den zahlreichen Ideen und Veränderungen ab 2020 will man die Gunst der Branche zurückgewinnen. Bereits abgewanderte Aussteller haben laut Loris-Melikoff ihre Rückkehr signalisiert. Konkrete Namen wurden allerdings noch nicht genannt. Es bleibt spannend, was sich bis zur nächsten Baselworld vom 30. April bis 5. Mai 2020 noch tut.

Text: Axel Henselder

Zurück

Neuer CEO

Roventa-Henex SA

Am 4. Juni gab Roventa-Henex SA die Ernennung von Jérôme Biard zum CEO bekannt.

Mehr >>

125 Jahre Gläubigerschutz

CV

Seit 125 Jahren berät und begleitet der CV seine Mitglieder rund um die Themen Risikominimierung und Zahlungsausfälle. Am 6. Juni 1894 gegründet, hat der CV wirtschaftliche Krisen, Weltkriege sowie technologische und ökonomische Veränderungen gut überstanden.

Mehr >>

Store-Eröffnung im Outlet-Center

Thomas Sabo

Ende Mai eröffnete die Schmuck- und Uhrenmarke einen 55 Quadratmeter großen Store in „Halle Leipzig The Style Outlets“ an der A9, zirka 40 Kilometer nördlich von Leipzig.

Mehr >>

Entlassungswelle in Grabenstätt

Fossil (Europe) GmbH

Gut 40 der etwa 200 Mitarbeiter der Fossil (Europe) GmbH in Grabenstätt haben eine Kündigung erhalten. Das berichten unter anderem die News-Portale rosenheim24.de und chiemgau24.de

Mehr >>

60+ entdeckt den Online-Handel

HDE-Online-Monitor 2019

Alle reden von den Millenials, aber in der Realität ist es die Generation 60 +, die die Kassen beim E-Commerce klingeln lässt. Das ist ein Ergebnis des HDE-Online-Monitors 2019.

Mehr >>

Ausbau des Digitalgeschäfts

Christ übernimmt Valmano

Der Schmuck- und Uhreneinzelhändler Christ hat Valmano übernommen. Der eigenständige Auftritt der Online-Juweliers soll jedoch erhalten bleiben.

Mehr >>

Kooperation mit Amazon und Zalando

Galeria Karstadt Kaufhof

Der fusionierte Warenhauskonzern plant, in Zukunft seine eigenen Lager mit den Online-Händlern Amazon und Zalando zu verknüpfen

Mehr >>

Tupperparty statt Juwelier?

Thomas Sabo

Laut Bundesverband Direktvertrieb Deutschland (BDD) waren Home- oder Verkaufspartys nach Tupperware-Vorbild mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von etwa 6,7 Prozent in den Jahren 2008 bis 2017 sehr erfolgreich.

Mehr >>

Aufruf zur Europawahl

BV Schmuck + Uhren

Die IG Metall Pforzheim und der BV Schmuck und Uhren haben gemeinsam zur Teilnahme an der Europawahl 2019 aufgerufen.

Mehr >>

Karte toppt Bargeld

EHI Retail Institute

Erstmalig haben die Deutschen im vergangenen Jahr im Einzelhandel mehr mit Karte als mit Bargeld bezahlt. 48,6 Prozent vom Gesamtumsatz entfielen auf Kartenzahlung.

Mehr >>