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Metaverse - unendliche digitale Welten für den Handel?

Wie kann der Handel das Metaverse für sich nutzen? In einer ECC Club Studie des IFH Köln wurden junge Konsumenten über die Zukunft des Online-Shoppings befragt.

Was denken junge Menschen bis 42 Jahre in Deutschland und den USA vom derzeit wohl mit am heißesten diskutierten Thema der Technologiebranche? Und wie sehen entsprechend die Ansprüche an Marken und Händler im neuen digitalen Universum aus? Auch wenn das Thema noch abstrakt ist, gibt die neue ECC CLUB Studie einen ersten Einblick zu Einstellungen und Potenzialen für die Handelswelt.  

Das Metaverse ist 65 Prozent der Befragten aus Generation Z und Millennials bereits bekannt. Die Mehrheit kann sich vorstellen, es zukünftig zu nutzen, auch wenn knapp die Hälfte dazu gewisse Vorteile, wie beispielsweise eine Zeitersparnis im Alltag, erwartet. Die reale Welt kann das Metaverse aber Stand heute nicht ersetzen, es ist eher interessant für einen kurzen Besuch oder als Auszeit von der Realität. Aktivitäten in der realen Welt stehen für insgesamt 78 Prozent noch immer über virtuellen. Aber wozu überhaupt das Meatverse? Besonders reizvoll ist am Metaverse nicht nur der Neuigkeitswert, sondern auch Shopping, Socializing, Gaming sowie finanzielle Möglichkeiten über Kryptowährungen und NFTs. Ergo: Metaverse ist eine Freizeit-Welt für soziale Aktivitäten und Shopping. Offizielle Anlässe, z.B. Business Meetings oder Behördengänge, finden aktuell noch wenig in der digitalen „Parallelwelt“ ab und bekommen von den Befragten noch wenig Zukunftspotenzial zugesprochen.  

Aber sind die Generationen Z und Y überhaupt schon bereit für das Metaverse? Denn benötigt werden nicht nur ein Avatar und eine VR- bzw. AR-Brille, sondern auch Kryptowährung.Bei allen drei Bereichen sieht es gut aus: Avatare werden bereits mehrheitlich verwendet oder die Befragten können sich zumindest vorstellen, dies in Zukunft zu tun. VR- und AR-Brillen finden mit 37 Prozent noch weniger häufig Verwendung, aber auch hier können sich über die Hälfte der Befragten vorstellen, sie in Zukunft zu nutzen, solange entsprechende Technologien nicht zu teuer sind. Für 27 Prozent gilt hier eine Preisgrenze bis 250 Euro bzw. Dollar. Auch Kryptowährungen sind der großen Mehrheit bekannt, 30 Prozent der Befragten in Deutschland und den USA haben sie bereits erworben. In Zukunft können sich sogar 68 Prozent vorstellen diese zum Bezahlen im Metaverse zu nutzen. Die Befragten, die sich dies nicht vorstellen können, haben zum Beispiel Bedenken in die Stabilität der Währung oder sehen keinen Mehrwert.

Eine neue Spielwiese für den Handel

Das Metaverse bietet neue Shopping Möglichkeiten, die von den Teilnehmern begrüßt werden: So stimmen insgesamt 74 Prozent der Befragten zu, dass das Metaverse endlich ein neues Shoppingerlebnis bieten wird. Amerikanische Teilnehmende sind dabei bereits überzeugter von der Zukunft des Metaverse für das Online-Einkaufen als Deutsche (83 % vs. 62 %). Knapp zwei Drittel (65 %) gehen außerdem davon aus, dass das Metaverse die Zukunft beim Onlineshopping sein wird. Da ist es nur verständlich, dass 62 Prozent sich wünschen, dass (mehr) Händler und Marken im Metaverse verkaufen.

Aber wie sollte das Shoppingerlebnis aussehen? Verbraucher wünschen sich zum Beispiel immersive Shoppingerlebnisse und erhoffen sich finanzielle Vorteile, etwa durch exklusive Coupons und Rabatte. Als Ort des Geschehens etwa eine VR-Shoppingmall oder einen virtuellen Showroom. Auch die unterschiedlichen Optionen des Kaufs sind für den Handel spannend: Kauf im Metaverse mit Lieferung ins reale „Zuhause“, rein virtuelle Produkte oder aber ein realer Kauf mit entsprechend virtuellem Äquivalent für das Metaverse. Am liebsten ist den Befragten, dort ein physisches Produkt zu kaufen, welches dann in der realen Welt zu ihnen nach Hause geliefert wird, besonders interessant sind hier Fashion- und Wohnartikel. Für 36 Prozent wäre es auch denkbar, rein virtuelle Produkte für die eigene digitale Identität zu kaufen. Etwa einem Drittel der Teilnehmenden aus beiden Generationen sind NFTs (Noon Fungible Tokens) (noch) nicht bekannt, der Rest der Befragten kennt sie und 21 Prozent von ihnen haben sogar bereits NFTs erworben. Die Meinung zu NFTs ist gespalten: Während die einen sich sehr gut vorstellen können, als Geldanlage in NFTs bzw. virtuelle Güter zu investieren, können es die anderen nicht (58 % vs. 41 %). Aber einig ist man sich darüber, dass die Relevanz von NFTs zukünftig steigen wird. 63 Prozent sagen, dass sie sich gut vorstellen können, in Zukunft (weiterhin) NFTs zu kaufen. Auch wenn diese mit einem hohen Risiko und vielen Preisschwankungen verbunden werden.

Virtuell ist der wahre Luxus

Im Uhrenbereich hat Jacob & Co. im vergangenen Frühjahr eine NFT-Version seines „SF24“-Tourbillon entwickelt, ein digitales Einzelstück, das für 100.000 US-Dollar versteigert wurde und eine neue Ära des virtuellen Uhrenbesitzes einleitete. Chronoswiss hat als erste Luxusmarke ein Atelier und die erste Luxusuhr im Metaverse lanciert. Um ein einzigartiges digitales Kundenerlebnis zu bieten und einen Raum für den modernen und innovativen Geist der Marke zu schaffen, wurde das Chronoswiss Atelier, normalerweise im Herzen von Luzern gelegen, im Decentraland komplett nachgebaut. Die virtuelle Welt namens Decentraland basiert auf der Ethereum-Blockchain und ist der größte und vielversprechendste Kandidat, wenn es darum geht, das gehypte Metaverse aufzubauen. Das Projekt umfasst bereits über 90.000 Grundstücke mit beeindruckenden Gebäuden und Kulissen. Mit Chronoswiss betritt die erste Luxusuhrenmanufaktur die nächste Evolutionsstufe der digitalen Welt. „Wir verstehen das Metaverse als die nächste Evolutionsstufe des Internets, bei der Business und Gaming zu einem einzigartigen Kundenerlebnis verschmelzen. Wir sind uns bewusst, dass es sich um eine Wette auf eine noch unklare Vision handelt. Aber es ist mehr als aufregend und jede vielversprechende Vision braucht Menschen, die daran glauben. Das virtuelle Atelier ist ein Labor für außergewöhnliche Ideen in einer Welt, die wirklich keine Grenzen kennt“, sagt Chronoswiss-Inhaber und CEO, Oliver Ebstein. Im virtuellen Atelier in Decentraland können die Benutzer insgesamt 100 digitale Wearables der Open Gear ReSec Sugar Rush in limitierter Auflage für ihren Avatar sowie acht echte Uhren in limitierter Auflage kaufen. Die 8 Uhren werden exklusiv in Luzern für Kunden des virtuellen Ateliers im Decentraland gefertigt. Die Käufer beider Modelle erhalten zu Ihrer Uhr jeweils einen NFT der Open Gear ReSec Sugar Rush. Franck Muller lancierte im Sommer die NFT-Serie Mystery. Jacob & Co. stellte jüngst die Astronomia Metaverso Kollektion vor, die acht NFTs umfassen sowie fünf dazu passende physische Uhren. Die Uhren, die für hohe Beträge als NFTs über die virtuelle Theke gehen, kann allerdings nur der eigene Avatar im Metaverse tragen.

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