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EU präzisiert Sanktionen gegen russische Diamanten

Ältere Ware bleibt ausgenommen, verbindliches elektronisches Tracking wird um ein halbes Jahr verschoben, Anwendung auf fertigen Schmuck liegt auf Eis.

Mit ihrem kürzlich beschlossenen 14. Sanktionspaket gegen Russland hat die Europäische Union auch die Regelungen rund um das Verbot der Einfuhr russischer Diamanten präzisiert, die im 12. Sanktionspaket von Anfang Dezember enthalten waren.

So wurde nun klargestellt, dass die Regelung nicht für Diamanten gilt, die sich vor Inkrafttreten des Verbots am 1. Januar 2024 bereits außerhalb Russlands befanden. Händler hatten sich nach Inkrafttreten der Sanktionen damit konfrontiert gesehen, dass sie auch ältere Ware russischer Provenienz plötzlich nicht mehr in die EU einführen durften. Hier hat die EU endlich Klarheit geschaffen. Erlaubt werden zudem vorübergehende Ein- und Ausfuhren von Schmuck mit russischen Diamanten, beispielsweise für Messen oder Reparaturen, ein zuvor ebenfalls ungeregeltes Feld, das den Handel behinderte.

Zudem wurde die Frist um ein halbes Jahr verlängert, zu der alle rohen und geschliffenen Diamanten, die in die EU eingeführt werden, mittels eines elektronischen Trackingsystems vollständig zur Quelle rückverfolgbar sein müssen. Geplant war das bis zum 1. September 2024, umgesetzt werden soll es nun bis zum 1. März 2025. Das ebenfalls für den 1. September 2024 geplante Verbot von Schmuck, der russische Diamanten enthält, die in anderen Drittländern als Russland verarbeitet wurden, wird derweil vorerst auf Eis gelegt – hier will die EU auf eine G7-weite Regelung warten.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck + Uhren, erleichtert: „Damit sind einige der größten Problemstellungen für Händler und Schmuckproduzenten adressiert und abgemildert worden. Auch scheint die Problematik um den zukünftigen singulären Knotenpunkt in Antwerpen zur Einfuhr von Diamanten dazu zu führen, dass man sich mehr Zeit bei der Findung einer Lösung eingesteht“, schrieb er bei LinkedIn. „Nachdem die Politik von Anfang an nicht mit der Branche reden wollte, scheint man nun einzulenken. Das ist ein sehr gutes Signal, welches man aber deutlich einfacher hätte haben können.“

Er hatte im Januar die Russland-Sanktionen im Interview mit der GZ als „komplizierten Schnellschuss“ bezeichnet, die der Branche mehr schaden könne als Russland selbst.

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