Das Magazin für Schmuck und Uhren

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Der Halsschmuck „Building Blocks“ besteht aus natürlich gefärbtem Rentierleder, Magneten und Lack. Bei der Herstellung wendet Sanna Svedestedt die historische „Cuir Bouilli“-Technik an: Dabei wird feuchtes Leder über Abdruckformen gespannt und mit heißem Wasser behandelt. „Mit dem richtigen Händchen und einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit fügt sich das Leder dadurch in die gewünschte Form“, sagt die Gestalterin.

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Material des Monats

Tierisch zeitgenössisch

„Sind für einen Künstler alle Materialien auch gleich wertvoll, so sind sie doch nicht für alle seine Zwecke gleich tauglich“, sagte der Architekt Adolf Loos im Jahr 1898. Warum Goldschmiede und Gestalter sich bevorzugt dem einen oder anderen Werkstoff widmen, welche Werkzeuge sie dafür verwenden und welche Herausforderungen die Arbeit mit sich bringt, beleuchtet die GZ-Materialserie.


Nur für Schuhe, Taschen und Sessel viel zu schade: Schon während ihrer Abschlussarbeit an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg entdeckte die schwedische Schmuckgestalterin Sanna Svedestedt, dass sich Leder auch zum Schmuckmachen eignet. „Auf der Suche nach einer Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen traditionellem Handwerk und zeitgenössischem, gestalterischem Ausdruck, stieß ich auf Leder“, so die Schmuckmacherin. Sechs Jahre später hält die Faszination für die gegerbte Tierhaut immer noch an: „Die Arbeit mit Leder überrascht mich nicht nur immer wieder aufs Neue, sie ist auch völlig anders als der Umgang mit Metall“, sagt sie. Die Herausforderung und Anziehungskraft zugleich bestehe in der Ähnlichkeit des Materials mit Textilien. „In der Verarbeitung ist Leder jedoch härter und dadurch stärker dehn-, form- und veränderbar.“

 

Leder vor der Verwandlung zu Schmuck

NATÜRLICH NACHHALTIG

Wenn es an die Herstellung ihrer oftmals großformatigen Ketten, Broschen oder Ringe geht, verwendet Sanna Svedestedt zweierlei Werkzeuge: die, die auch in der klassischen Lederherstellung Anwendung finden, und ihre Silberschmiedewerkzeuge. „Während des Studiums habe ich mich viel mit traditionellen Herstellungstechniken beschäftigt – und mich dann bewusst dagegenentschieden, sie bei der Schmuckherstellung immer anzuwenden“, sagt Sanna Svedestedt. Auf diese Weise hat die Schwedin ihre ganz eigenen Techniken entwickelt. Dabei spannt sie Leder über Titangerüste oder Magnete, lackiert einzelne Flächen, knautscht, flechtet, glättet, schneidet und dehnt das natürlich gefärbte Leder oder entlockt ihm geometrische Formen.

Apropos: Allerhöchste Wichtigkeit misst Sanna Svedestedt der Nachhaltigkeit der Produkte bei. „Große Teile der Lederindustrie verursachen große ökologische und soziale Probleme. Die Behandlung des Materials mit chemischen Substanzen gefährdet sowohl die Menschen als auch die Natur“, sagt sie und verwendet daher für ihre Schmuckkreationen ausschließlich natürlich gefärbtes Leder aus ihrem Heimatland.

Foto: Sanna Svedestedt (1), iStockphoto (1), Text: Christel Trimborn 


LEDER

Das Leder, welches Sanna Svedestedt für die Herstellung ihrer voluminösen Schmuckstücke verwendet, stammt ausschließlich aus Schweden und wird vor Ort ökologisch gefärbt. Ihr Lieblingsmaterial ist Rentierleder, das sie bei einem Färbebetrieb in Sattajärvi einkauft, einem nur 350 Einwohner großen Ort, der 80 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt. 1929 von Yrjö Kero gegründet, befindet sich das Unternehmen heute in dritter Generation in Familienbesitz.

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Offene Werkstätten 2021

Offene Werkstätten

Am Wochenende vor Ostern, dem 27. und 28. März 2021, finden zum 6. Mal die Offenen Werkstätten im Edelsteinland in und um Idar-Oberstein statt. 20 ortsansässige Schmuckkünstler öffnen ihre Werkstätten.

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Schmuckundhülle: Künstlerinnen der GEDOK im Deutschen Goldschmiedehaus

GEDOKmünchen

Die Wechselwirkung zwischen einem Objekt und dem umgebenden Raum untersuchten 33 Künstlerinnen der GEDOKmünchen im Rahmen des schmuckundhülle-Projektes über einen Zeitraum von vier Jahren. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung werden vom 22. Oktober 2020 bis 17. Januar 2021 im Souterrain des Deutschen Goldschmiedehauses ausgestellt.

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Mr. Diamond ist 80 geworden

Ph Hahn Söhne

Dieter Hahn, Seniorchef von Ph Hahn Söhne, feierte am Samstag, den 3. Oktober, seinen 80. Geburtstag auf der Intergem. Die Branche gratuliert zum runden Jubiläum.

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In Memoriam Wilfried Moll

In Memoriam

Bereits am 9. Juni 2020 ist Wilfried Moll im Alter von 80 Jahren in Travemünde überraschend gestorben. Er war der wohl renommierteste und bekannteste Silberschmied Deutschlands.

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Beeindruckend einfach!

Komet Jewellery

Jeder kennt das Problem: Neue Uhren, neuer Schmuck, alles soll sofort online gestellt werden, aber der Hersteller hat noch keine Bilder. Das in Lemgo ansässige Unternehmen Gebr. Brassler hat hierfür eine praktische und einfache Lösung namens GemLightbox.

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Gübelin Kurse auf Deutsch

Gübelin Akademie

Ab März 2020 bietet die Gübelin Akademie ihr Wissen über Edelsteine erstmals auf Deutsch an und baut so ihr inspirierendes Schulungsprogramm weiter aus. Die ersten Kurse finden in Luzern statt.

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Meisterkurs in Dresden: Teilnehmer gesucht

Handwerkskammer

Die Handwerkskammer Dresden sucht noch kurzfristig einen Teilnehmer für den am 28.2. beginnenden Meisterkurs.

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Gul wird erneut RJC-zertifiziert

Aharon Gul KG

Das RJC London vergibt zum dritten Mal das höchste Qualitätszertifikat an den Diamantenspezialisten Aharon Gul KG aus Pforzheim.

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Champagnerfarbene Diamanten mit Herkunftszertifikat

Kulsen & Hennig

Dominik Kulsen AG (Winterthur) und Kulsen & Hennig GbR (Berlin), bekannt für erlesene Fancys, bieten champagnerfarbene Diamanten mit Herkunftszertifikat an. Erstmals werden die Edelsteine dem Fachpublikum auf der Inhorgenta Munich 2020 präsentiert.

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Automatischer Screener für synthetische Diamanten

Diamanten

Das Diamantprüfgerät ASDI vom Schweizerischen Gemmologischen Institut erkennt zu 100 Prozent Synthesen, so das aktuelle Testergebnis des Assure-Programms der Diamond Producers Association.

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