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Uhren

Das Kabel-Design ist das gemeinsame Element aller Uhren und Schmuckstücke von Charriol

„Wir sind eine feminine Marke“

Charriol

Charriol bleibt sich treu: Auch die aktuellen Kollektionen zelebrieren den populären Stil der Marke. Über deren Herkunft, Zukunft und kreative Energie spricht Firmengründer Philippe Charriol im Interview.

GZ: Sie sind der kreative Kopf hinter vielen Uhrenneuheiten von Charriol, während Ihre
Tochter Coralie Charriol-Paul als Creative Director zudem für die Schmucklinien ver
antwortlich ist. Für welchen Stil stehen Ihre jüngsten Neuheiten?

Philippe Charriol: Unsere neuesten Uhrenkreationen zeigen den wichtigsten Code der meisten Charriol-Kollektionen – das Kabel. Wir können dieses herstellen wie niemand sonst. Wir versuchen jedes Jahr, uns „neu zu erfinden“ und behalten dabei diesen Look bei, der uns einzigartig macht. Jedes Jahr präsentieren wir neue Kollektionen zum Thema Kabel. Materialien, Formen und Größen ändern sich, aber das Kabel bleibt immer ein wesentlicher Bestandteil des Designs. Das sind wir.

„St-Tropez“ ist eine sehr erfolgreiche Kollektion von Charriol, die ständig weiterentwickelt wird. Was genau kennzeichnet
die aktuelle Generation dieser Linie?

Die Kollektion „St-Tropez“ ist zusammen mit der Linie „Celtic“ die populärste Kollektion von Charriol. Wir bieten sie seit mehr als 30 Jahren an und sie war immer erfolgreich. Was „St-Tropez“ so besonders macht ist die Kette, die an der Uhr befestigt ist und ihr die Emotion eines Schmuckstücks gibt. Die Herausforderung in der Weiterentwicklung der Linie „St-Tropez“ bestand darin, dieses legendäre Design beizubehalten und gleichzeitig aktuelle Akzente zu setzen. Zuletzt haben wir die Maße verändert und das Gehäuse auf 35 Millimeter vergrößert. Wir spielen mit Edelsteinen, Diamanten und haben neue Zifferblätter entworfen. Das spiegelt den Wunsch unserer Kunden nach dem Besonderen wider. Da der Trend seit einigen Jahren hin zu Schlichtheit und Eleganz geht, konzentrieren wir uns im Design auf eine schlankere Silhouette, klar gestaltete Zifferblätter, übergangslose Lünetten und Gehäusegrößen zwischen 30 und 35 Millimetern.

Bei den neuen Uhren der Linie „Forever“ spielen Sie mit Farben und Formen auf den Zifferblättern. Welche Rolle spielt die Farbe
in der Kollektion von Charriol?

Farben verwenden wir sehr überlegt. Wie Sie vielleicht wissen, ist mein Sohn Alexandre als Künstler tätig. Ich bin von seinen Gemälden sehr inspiriert und habe mit seiner Unterstützung künstlerische Elemente in die Kollektion von Charriol integriert. Das findet sich in der jüngeren Linie „Forever“, die sich am besten für das Spiel mit Farbe eignet. In anderen Kollektionen spielen Farben keine große Rolle, denn unser wichtigstes Designelement ist das Kabel. Das ist so einzigartig und wir setzen es so vielfältig ein, dass es für sich steht.

Quarzuhr der Linie „Forever“ mit PVD-beschichtetem Edelstahlgehäuse und schwarzem Perlmuttzifferblatt mit Farbdetails

Ihre Entwürfe sind oft sehr feminin und viele Uhren haben einen schmückenden Charakter. Wie viel Schmuck soll eine Damenuhr sein?

Das ist eine gute Frage, um die sich für uns alles dreht. Wir sind eine sehr feminine Uhren- und Schmuckmarke und wahrscheinlich eine der wenigen, bei denen das Design der Damenuhren nicht auf bestehenden Herrenmodellen basiert. Darüber hinaus ist unser populäres Modell „St-Tropez“ ein „Schmuckstück der Zeit“. Es wurde als Uhr entworfen, kann aber wie ein Schmuckstück getragen werden. Die Kette vervollständigt und betont dieses besondere Design.

Die Produkte von Charriol sind sehr vielseitig und dennoch durch das Kabeldesign sehr wiedererkennbar. Wie gelingt es, den Charakter der Marke bewahren und dabei gleichzeitig modern zu sein?

Darum muss man sich in allen Bereichen – Handwerk, Design, Forschung und Entwicklung – bemühen. Ich glaube, dass wir durch unseren eigenen Stil und die Konsequenz, mit der wir uns auf das Designelement Kabel konzentrieren, einzigartig, wiedererkennbar und bekannt sind. Eine Charriol-Uhr erkennt man selbst aus der Ferne. In einer Gesellschaft, in der man nach Individualität strebt, kann Charriol diesen Wunsch erfüllen. Mein Leitmotiv und das der Marke war immer: „L’art de vivre la Différence“ beziehungsweise: „Sei anders, sei einzigartig, sei du selbst.“

Woher stammen Ihre Inspirationen, wenn Sie neue Modelle entwerfen?

 Ich hatte das Glück, mein ganzes Leben lang zu reisen. Dieses Erleben von verschiedenen Kulturen und unterschiedlicher Kunst hat mich immer inspiriert. Bei der Gründung von La Maison Charriol war ich von jahrtausendealter keltischer Kunst beeinflusst, sodass ein Uhrenarmband entstand, auf dessen Basis schließlich Schmuckstücke kreiert wurden. Heute ist mein ganzes Leben von Design, Kunst, Sport und Reisen inspiriert und sämtliche Entwürfe basieren auf diesen eigenen Erfahrungen.

Welche Trends sehen Sie bei Damenuhren?

Seit einigen Jahren ist Schlichtheit mehr gefragt. Dem entsprechen wir – gleichzeitig verkörpern wir mit unserem Leitmotiv und unserer Philosophie einen eigenen Stil. Dafür stehen unsere Damenuhren, die gleichzeitig Schmuckstücke sind. Einen deutlich kleineren Anteil an unserer Kollektion haben Herrenuhren. Sie komplettieren unser Angebot, denn viele Kunden bevorzugen den Kauf von Partneruhren – eine für ihn, eine für sie. Als Motorsportler liebe ich sportliche Chronographen und wir bieten mit der „Celtica SuperSportS“ eine schöne Auswahl mechanischer Chronographen. Als Unternehmer schätze ich auch funktionale und elegante Uhren für den Alltag, wie man sie in unsere Linie „Columbus“ findet.

Die Marke Charriol wurde vor 35 Jahren gegründet. Wo sehen Sie die Marke in weiteren 35 Jahren und wie begegnen
Sie den Herausforderungen der Zukunft – Stichwort Digitalisierung?

Es ist schwer, so weit in die Zukunft zu blicken. Aber ich bin ein Optimist und bin mir sicher, dass es unsere Marke dann noch geben wird. Die Frage ist eher, wie die Produkte dann aussehen und ob wir die gleichen Kategorien anbieten werden wie heute. Das wird sich zeigen. In Bezug auf den Online-Handel bin ich mir aber sicher, wohin der Weg führt. Wir haben diesen schon vor Jahren eingeschlagen, indem wir zu den ersten Marken gehört haben, die ab 2007 Schmuck und Uhren weltweit online angeboten haben. Mittlerweile hat sich erwiesen, dass der Online-Handel Teil der Distribution der Zukunft sein wird. Da wir so früh online am Markt waren, konnten wir viele Erfahrungen über den Internet-Verkauf und seinen Einfluss auf die traditionellen Distributionswege sammeln. Heute sind wir in der Lage, sowohl online als auch über den traditionellen Einzelhandel zu verkaufen, dem wir neue Lösungen anbieten. Ich bin davon überzeugt, dass man diesen Weg gemeinsam gehen muss. Wir brauchen einander und wir profitieren voneinander.

Text: Iris Wimmer-Olbort

www.charriol.com

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