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Uhren

Union-Geschäftsführer Adrian Bosshard (r.) und Museumsdirektor Reinhard Reichel eröffneten die Ausstellung

Verwirklichung einer Vision

Union Glashütte

Erschwinglicher Luxus – das war vor genau 125 Jahren die Idee von Johannes Dürrstein, als er 1893 die „Glashütter Uhrenfabrik Union“ gründete. Dieses Jubiläum wird mit einer Ausstellung in Glashütte begangen – und mit einer Jubiläumsuhr.

Seine Philosophie war klar und einfach: Er wolle „alles bieten, was eine Uhr besser macht, und auf alles verzichten, was sie nur teurer macht“, formulierte Johannes Dürrstein, als er am 1. Januar 1893 seine Uhrenfabrik Union in Glashütte gründete. Dürrstein wusste, wovon er sprach, denn damals führte er schon fast 20 Jahre lang eine Uhrengroßhandlung. Mit seiner eigenen Uhrenfirma präsentierte er dann im Jahr der Gründung eine Grande Complication auf der Weltausstellung in Chicago und begann kurz darauf, alle Uhren von Union mit einem stilisierten Tempel als Schutzmarke zu signieren. Das sollte die Originalität der Union-Uhren aus Glashütte bezeugen. Trotz jener frühen Erfolge traf das Schicksal der Glashütter Uhrenfertigung auch die Uhrenfabrik Union: Infolge des Ersten Weltkriegs musste das Unternehmen die Produktion einstellen und wurde 1936 aus dem Handelsregister gelöscht. Exakt 60 Jahre später wurde Union zu neuem Leben erweckt und als Tochterunternehmen von Glashütte Original neu gegründet. Im Jahr darauf kam die erste Armbanduhrenkollektion auf den Markt – in Auftrag bei Glashütte Original konstruiert und hergestellt.

Respektable Fertigungstiefe

Diese Verbindung blieb über den Besitzerwechsel im Jahr 2000 bestehen: Als die Schweizer Swatch Group die Firma Glashütte Original übernahm, ging auch Union Glashütte in den Besitz des Konzerns über und gewann von da an mehr und mehr Eigenständigkeit. Es entstand eine Kollektion, die sich bis heute auf die Philosophie des Gründers bezieht: den  Luxus hochwertiger Uhren erschwinglich zu machen. Zu den vielseitigen Modellen zählen sowohl Komplikationen für Männer als auch ansprechende Damenuhren. Dabei setzt man auf einen klassisch-eleganten Stil sowie auf die Herkunftsbezeichnung Glashütte. Denn die Union Uhrenfabrik hat sich in den vergangenen Jahren eine respektable Fertigungstiefe aufgebaut – seit man in einem neuen Gebäude Platz für Uhrmacherateliers und spezialisierte Abteilungen wie Finissage hat. Zwar greift man auf die bewährten Werke der Swatch-Group-Konzernschwester ETA zurück, doch diese werden getreu den Vorschriften in Bezug auf die Herkunftsbezeichnung Glashütte vor Ort bearbeitet und montiert. Einige Einzelteile entstehen sogar völlig neu, andere werden in den eigenen Werkstätten verschönert: Dazu gehören dekorierte Rotoren, verzierte Unruhkloben sowie Automatik- und Räderbrücken, die mit feinen Schliffen veredelt oder deren Oberflächen sorgsam poliert werden – in der Verbindung von klassischer Handarbeit mit modernen Technologien.

Bei der Gestaltung bleibt man der Tradition treu: Platine und Brücken erhalten einen Glashütter Streifenschliff oder eine Perlierung. So verschönert, folgen die Werksmontage und das Auflegen des Zifferblatts, das Setzen der Zeiger und das Einschalen in das Gehäuse. Dabei geht jedes Werk durch verschiedene kundige Hände: Die einen Spezialisten sind für die Dekoration zuständig, Uhrmacher für die Montage des Uhrwerks oder das Aufsetzen von Zifferblatt und Zeiger.

Union Glashütte feiert das 125-jährige Jubiläum mit einem eigenen Handaufzugswerk in der rotgoldenen „1893 Johannes Dürrstein Edition“

Typische Glashütter Merkmale

Neu ist nun sogar ein eigenes Handaufzugskaliber, das vollständig von Union Glashütte konzipiert wurde und in den Jubiläumsmodellen der „1893 Johannes Dürrstein Edition“ zum Einsatz kommt. Dieses neue Kaliber UNG-56.01 zeigt typische Glashütter Merkmale wie eine Dreiviertelplatine mit feiner Goldgravur und charakteristischem Streifenschliff. Auch das Logo von Dürrstein, ein stilisierter Tempel, signiert das neue Uhrwerk. Dieses weist 60 Stunden Gangreserve auf und bietet auf dem Zifferblatt Kleine Sekunde, Datum und Gangreserveanzeige. Die Jubiläumsedition präsentiert sich in einem 41 Millimeter großen Roségoldgehäuse und ist auf 125 Exemplare limitiert; zusätzlich gibt es eine unlimitierte Edelstahlvariante.

Während diese Uhren das Jubiläum in die Welt tragen, wird auch in Glashütte gefeiert: Das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte blickt im Rahmen einer Sonderausstellung auf die Geschichte der Union Uhrenfabrik zurück.  

Text Iris Wimmer-Olbort

www.union-glashuette.com

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