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Uhren

„Schönheit steht im Vordergrund“

Citizen

Citizen setzt auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Uhrenkollektion.Dieses Streben, immer besser und besser zu werden, ist Teil der Markenphilosophie, sagt Geschäftsführer Keiichi Kobayashi.

GZ: Citizen ist schon immer sehr fortschrittlich und hat eigene Schlüsseltechnologien entwickelt. Welche sind die wichtigsten?

Keiichi Kobayashi: Das sind Eco-Drive und Super Titanium. 1976 hat Citizen die erste lichtbetriebene Analog-Quarzuhr erfunden und diese Technologie später Eco-Drive genannt. Damals, in den 70er-Jahren, eroberten batteriebetriebene Quarzuhren die dominierende Marktposition in Japan und avancierten zu den beliebtesten Uhren. Das brachte Pro­bleme mit sich – insbesondere die begrenzte Lebensdauer der Batterien und die durch den regelmäßigen Batteriewechsel entstehende Um­weltbelastung. 1970 brachten wir die weltweit erste Uhr auf den Markt, die aus solidem Titan bestand. Ein Metall, das leicht, hypoal­lergen und rostbeständig ist. Wir haben festes Titan verarbeitet und die Oberfläche mit einer Härtungstechnologie behandelt, um Super Tita­nium zu schaffen. Mit der mehr als fünf­fachen Härte von Edelstahl und einem besseren Tragekomfort steht Super Titanium für unser Engagement, Menschen etwas Besseres zu bieten.

Werden diese Technologien in den wichtigsten Citizen-Modellen eingesetzt?

Ja. Wir verwenden Eco-Drive und Super Titanium in unserer gesamten Kollektion – angefangen bei den Flaggschiff-Modellen „Eco-Drive One“. Beides sind „Technologien für Menschen“, wie wir es nennen. Deshalb übernehmen wir diese Technologien nicht nur in besonderen Modellen.

Allerdings setzen sie ein gewisses Fachwissen voraus und sind für den Endverbraucher erklärungsbedürftig. Wie vermitteln Sie dies Ihrem Fachhändler?

Über unsere Technologien kann man viel sagen, aber wir versuchen, das immer einfach und klar zu formulieren, damit der Verkäufer im Geschäft keine Berührungsängste mit un­serer Marke hat. Super Titanium beschreiben wir zum Beispiel mit den vier klaren Begriffen „leicht“, „kratzfest“, „hautfreundlich“ und „rostbeständig“. Dann kann man tiefer in die Beschreibung einsteigen und erzählen, wie wir uns entwickelt oder was wir verbessert haben. Wir bieten für die Mitarbeiter der Einzelhändler Seminare, um dieses Fachwissen kontinuierlich zu vermitteln.

Citizen investiert viel in Forschung und Ent­wick­lung. Mit welchen Themen beschäf­tigen Sie sich derzeit?

Man muss nicht ständig etwas Neues erfinden. Wir arbeiten daran, unsere Produkte immer besser zu machen – das ist unsere Markenphilosophie, die wir mit dem Slogan „Better Starts Now“ ausdrücken. Man kann Uhren flacher, kleiner, leichter und genauer machen – vieles davon haben wir erreicht und wir forschen weiter, um noch besser zu werden.

In den vergangenen Jahren ging es bei Uhren sowohl um Technologie im Inneren, also im Uhrwerk, als auch um Materialien. Welcher dieser Bereiche ist für Citizen wichtiger?

Beide Bereiche sind sehr wichtig. Das sehen Sie an unseren Innovationen wie dem besonders präzisen Kaliber 01000, an der sehr flachen und daher ästhetischen Linie „Eco-Drive One“ und an unserem Material Super Titanium. All das ist die Essenz einer Uhr, an die wir glauben.

Handwerk spielt bei Citizen seit jeher eine große Rolle. Gibt es Fertigungsschritte, die auch heute noch ganz traditionell erfolgen?

Wir haben technisch versierte Handwerker, die wir „Meister“ nennen. Sie sind für die Montage von besonderen Uhren speziell ausgebildet. Was unsere Herstellung einzigartig macht, ist die Art und Weise, wie wir die Effizienz von Maschinen mit hochwertiger Handarbeit versierter Handwerker verbinden. Das ist die Fusion von Technologie und handwerklichen Techniken.

Der Erfolg der Smartwatch beschäftigt die Branche. Wie steht Citizen zu diesem Thema?

Für uns steht die Schönheit einer Uhr im Vordergrund. Smartwatches bieten eine Option, können die traditionellen Uhren aber niemals ganz ersetzen, solange wir den wesent­lichen Charakteristiken treu bleiben.

Und wie sehen Sie angesichts wachsender Online-Verkäufe die Zukunft für den Fach­handel und die Zusammenarbeit mit Citizen?

Dieses Wachstum von Online-Verkäufen kann man nicht ignorieren. Wir glauben jedoch ­da­ran, dass die persönliche Kommunikation mit den Verbrauchern in den Ladengeschäften für unsere Marke sehr wichtig ist. Dort sollte der wichtigste Begegnungsort für unsere ­Marke sein, denn nur hier kann der Kunde unsere Uhren anfassen und anlegen, um zu sehen, wie bequem sie zu tragen sind und warum sie ihr Geld wert sind. In Europa haben wir keine Online-Shops, in anderen Ländern aber führt Citizen online eigene Shops.

Text: Iris Wimmer-Olbort

www.citizenwatch.eu/de

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