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Uhren

Da ist Musik drin

Staudt Twenthe

Vom Akkordeonstudium zum Uhrenboss: Der Niederländer Yvo Staudt reüssiert mit seiner jungen Uhrenmarke Staudt Twenthe und ­präsentiert seine Kollektion nun in Deutschland.

Es ist eine Uhrenpräsentation der etwas anderen Art: Yvo Staudt, Gründer und Inhaber der jungen Uhrenmarke Staudt, schnallt sich ein Akkordeon um und beginnt selbstvergessen das Instrument zu spielen. Denn mit Musik hat bei ihm alles begonnen.

Sie führte den heute 27-Jährigen vor einigen Jahren aus der holländischen Provinz zum Akkordeon-Studium nach Italien. Doch dort wartete keineswegs das sprichwörtliche Dolcefarniente auf ihn. Nein – stattdessen schlitterte er in eine handfeste Krise, fühlte sich einsam und fehl am Platz. Zum Ausweg wurde seine Begeisterung für mechanische Uhren. Yvo Staudt machte sich auf die Suche nach dem für ihn perfekten Zeitmesser und wurde nicht fündig. So beschloss er, sich seine eigene Uhr nach persönlichen Vorstellungen zu bauen: ein Modell mit blauem Zifferblatt, in dezentem Understatement und feinster Qualität. Er zeichnete erste Skizzen, kaufte die Einzelteile zusammen und trug schließlich stolz die eigene Uhr am Arm. Bei einem Uhren-Event erregte dies Aufsehen: Er wurde auf das exklusive Stück angesprochen, erzählte dessen Geschichte und wurde schließlich gefragt, was die Uhr denn kosten solle.

Yvo Staudt fiel aus allen Wolken: Nie hatte er daran gedacht, daraus ein Geschäft zu machen. Aber – warum eigentlich nicht? „Es war magisch, dass andere das schön fanden, in das ich so viel Pas­sion, Energie und auch Leid investiert hatte. Das war ein sehr großes Kompliment“, erinnert sich Staudt. Also kehrte er nach Hause zurück und nutzte eine Studenten-Förderung des niederländischen Staates, um Zeit und Muße für seine erste eigene Uhrenkollektion zu haben. Damals, 2014, setzte er sich also wieder an den Werktisch und montierte die erste Serie seiner Uhren – ganz ohne eine Ausbildung zum Uhrmacher. „You Tube war dabei sehr hilfreich“, schmunzelt er heute. Innerhalb weniger Monate war die erste Serie der „Staudt Praeludium“ mit 45 Uhren komplett verkauft. „Da habe ich beschlossen weiter­zumachen und eine Uhrenmarke aufzubauen“, sagt Yvo Staudt.

Heute umfasst die Kollektion von Staudt Twenthe – so der offizielle Name der Marke, deren Logo das Familienwappen der Staudts ist – fünf verschiedene Grundmodelle in der Linie „Praeludium“. Das geht vom Handaufzugsmodell über eine Automatikuhr hin zu einem Chronographen – erhältlich jeweils mit verschiedenen Zifferblattfarben und Armbändern. Die jüngste Neuheit ist die auf 25 Stück limitierte Edi­tion „Guilloche“ mit handdekoriertem Silberzifferblatt.

In der Fachwelt kommen die Uhren gut an. So lobte die Zeitschrift „Armband­uhren“ das „unglaublich fein gedruckte Zifferblatt“ des Chronographen, die „edlen Zeiger“ und den Preis von unter 3000 Euro für die hochwertige Valjoux-7753-Technik. Begeistert von der Marke ist auch Loek Oprinsen, der in Deutschland unter anderem die Marke Ebel vertritt. Nach dem Zusammentreffen mit Yvo Staudt stieg er sogar bei der Marke Staudt als Partner ein. Nun wollen Oprinsen und Staudt das junge Unternehmen gemeinsam in Deutschland bekannt machen. Die ersten Erfolge lassen Yvo Staudt bis heute staunen. „Ich glaube“, sagt er heute, „ich bin der glücklichste Akkordeonspieler mit einer eigenen Uhrenmarke auf der ganzen Welt.“

 

Text: Iris Wimmer-Olbort

www.staudt-twenthe.com

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