Das Magazin für Schmuck und Uhren

Schmuck

Kind of Magic!

Jörg Heinz

Es begann mit einer kleinen Revolution in Zeiten großer Revolutionen. Als die Welt 1968 politisch kopf stand, fing Jörg Heinz an, Schmuckgeschichte zu schreiben. Eine Hommage zum 50. Geburtstag einer Ausnahmemanufaktur.

Fünfzig – diese Zahl sagt klar, dass die Jugend einmal war …“ Sobald Menschen 50 Lenze zählen, werden sie von ihrer Umwelt gerne mit gut gemeinten Durchhalteparolen bedacht. „Wirklich schon die halbe Hundert? Bist doch fit und frisch geblieben. Geh es einfach optimistisch an. Ist doch alles halb so schlimm …“. Wird ein Unternehmen 50, verhält es sich natürlich ganz anders. Es ist ein gebührender Anlass, mit Stolz in die Vergangenheit und mit Spannung in die Zukunft zu blicken. Handelt es sich um ein familiengeführtes Unternehmen, ist die Freude natürlich umso größer, gilt es doch auch, den generationenübergreifenden Erfolg und Zusammenhalt zu feiern. Das „Baby“ ist nicht nur erwachsen geworden, es hat sich in jeder Hinsicht bewährt und sogar weltweit Erfolg …

2018 trifft dieses besondere Ereignis ein Familienunternehmen, das aus der deutschen Schmucklandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Es ist ein Unternehmen, von dem man ohne Übertreibung sagen kann, dass es in den ersten 50 Jahren seines Bestehens Schmuckgeschichte geschrieben und eine ganz eigene Schmuckphilosophie entwickelt hat. Die Rede ist von der Schmuckmanufaktur Jörg Heinz, die 1968 von Jörg Heinz in Pforzheim gegründet und nunmehr seit 2010 in zweiter Generation von den drei erwachsenen Kindern Martin und Lars Heinz sowie ihrer Schwester Andrea Mössner erfolgreich geführt wird.

1968, als alles begann, stand die Welt kopf. Proteste und Unruhen beherrschten die Schlagzeilen und die gesellschaftlichen Debatten: ob die Tet-Offensive in Vietnam, die Rassenunruhen in Amerika, die Antikriegsbewegung, der Prager Frühling oder die Notstandsgesetze in Deutschland. Die Welt war in Aufruhr. In der noch jungen Bundesrepublik war es vor allem die mit der Studentenbewegung einhergehende Frauenbewegung, die für Zündstoff sorgte. Zwar waren nach dem Grundgesetz von 1949 Männer und Frauen gleichberechtigt, dennoch waren Ehefrauen bis 1977 beispielsweise gesetzlich dazu verpflichtet, den Haushalt zu führen oder durften nur mit Zustimmung ihres Mannes arbeiten gehen oder ein Bankkonto eröffnen.

Es war also eine bewegte Zeit, in der Jörg Heinz seinen Traum vom eigenen Unternehmen in Pforzheim Wirklichkeit werden ließ. Durch sein Studium bei Professor Reinhold Reiling an der Kunst- und Werkschule in Pforzheim und Auslandsjahre in Dänemark war er mit den neuen Werten modernen Schmucks und skandinavischen Designs vertraut. Zudem hatte er seine Frau Irene an seiner Seite, die er in Dänemark kennen- und liebengelernt hatte. Es war der Beginn eines großen Abenteuers.

Klein, aber oho: die Wechselschließe „Mystery Sphere petit“

Entgegen aller Konventionen

Die Geschichte von Jörg Heinz fing mit Perlschmuck-Unikaten und Kleinserien an. Hätte er damals einfach die Konventionen befolgt und das gemacht, was alle machen, würde die Schmuckwelt seinen Namen heute, ein halbes Jahrhundert später, vielleicht gar nicht mehr kennen. Aber Heinz machte es eben nicht – er beobachtete, dachte nach, ging neue Wege und zettelte seine eigene kleine Revolution an. Kurzum: Er stellte die Schmuckwelt gehörig auf den Kopf. „Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erscheint“, hat Albert Einstein einmal sehr weise gesagt. Und Jörg Heinz hatte eine verdammt gute Idee, auch wenn sie zunächst mit allen Schmucktraditionen zu brechen schien. Sie hatte Bestand und ein bahnbrechendes Potenzial. Es war halt einfach eine „wirklich gute Idee…“

Jörg Heinz machte 1974 nämlich etwas recht Ungehöriges: Er machte das zum Blickfang, was dem Auge bis dahin stets verborgen geblieben war: den Verschluss, auch Schließe genannt. Aus dem hässlichen Entlein wird ein Schwan, der bisher im Nacken versteckte Haken oder Verschluss wird zum Zentrum der Aufmerksamkeit und zum Ziergegenstand. Auch wenn es damals noch keiner absehen konnte: Mit diesem Schritt war die Philosophie und DNA der Schmuckmarke definiert. Das erste Kapitel der faszinierenden Schmuckgeschichte Jörg Heinz war geschrieben. In den folgenden fünf Jahrzehnten folgen weitere „Cliffhanger“ – wie in jeder guten Geschichte garantiert.

Querdenken lohnt sich! Von der nützlichen Notwendigkeit zum wunderschönen Blickfang revolutioniert Jörg Heinz also die Schließe gemäß dem Motto „form follows function“ und macht sie zur eigentlichen Attraktion des Schmuckstücks und die Frau zur autonomen Schmuckträgerin. Und das Beste ist: Dank einfacher Drück- und Drehbewegungen und präziser Mechanik kann die Schmuckträgerin sie selbst spielend leicht bedienen. Das gefällt Frauen, die gern ihr eigener Herr sind. Sätze wie „Schatz, kannst du mir mal kurz helfen“ und hilfloses Nesteln im Nacken gehören jetzt der Vergangenheit an. Dank unzähliger auswechselbarer Schließen, die Jörg Heinz fortan kreiert und weiterentwickelt, entsteht das erste variierbare Schmucksystem im modernen Schmuckdesign. Hier ist die Frau nicht mehr passive Trägerin, sondern aktive Gestalterin, denn selbstständig und souverän vermag sie nun ihr Schmuckstück nach Lust und Laune zu verändern. Wer bist du, wenn du niemand sein musst? Wer willst du sein, wenn du die Freiheit der Wahl hast? So lauten die Fragen, die im Schmuckkosmos von Jörg Heinz gestellt werden und die zu einer Vielfalt an neuen Kreationen für jeden Frauentyp und jedes weibliche Bedürfnis führen. Emanzipation im Schmuckdesign – auch das ist also ein wichtiger Teil der Marken-DNA von Jörg Heinz, die in dem langjährigen Claim „Immer anders – einfach ich“ Ausdruck findet.

Monde und Jahre vergehen, aber eine Idee leuchtet ein Leben hindurch und darüber hinaus … Das Schmuck-Gen und die Liebe zu schönem Design wird in der Familie Heinz ganz offenbar dominant vererbt und findet sich auch bei den drei Kindern von Jörg Heinz wieder. Sie sind quasi alle im Schoß des Familienunternehmens aufgewachsen, haben von klein auf die Manufaktur begleitet und wachsen sehen: Martin und Lars Heinz sowie ihre Schwester Andrea Mössner. So ist es auch keine Frage, dass sich alle drei auf ganz unterschiedliche Weise in das Familienunternehmen einbringen und nun teilweise schon seit über zehn Jahren auch offiziell die Verantwortung für die Geschicke der Manufaktur tragen. Natürlich bringt das hochmotivierte Trio frischen Wind in das Unternehmen und beflügelt die Marke mit neuen Ideen. Dazu zählt auch 2007 der Neubau und Umzug in eine modern gestaltete Manufaktur in Neulingen bei Pforzheim. Von hier erobert die Marke Jörg Heinz seither weiterhin die Welt, denn auch in den USA, in Japan, China oder Australien sind die feinen Designs „made in Germany“ längst heiß begehrt.   

Schon ein kleiner Dreh reicht aus und die legendäre „Mystery Sphere“ zeigt ihre verschiedenen Gesichter

Nicht nur ausWechselbar, auch wandelbar

Als im wahrsten Sinne des Wortes „magisch“ erweist sich für die DNA der Marke Jörg Heinz das Jahr 2009: „Nachdem wir die erste auswechselbare Schließe kreiert und kontinuierlich weiterentwickelt hatten, entstand 2009 die Überlegung, die Schließe nicht nur auswechselbar, sondern in sich wandelbar zu gestalten“, erklärt Martin Heinz das nächste Kapitel in der Schmuckgeschichte von Jörg Heinz. Rückblickend betrachtet liest sich diese bahnbrechende Fortentwicklung der Grundidee wie eine logische Konsequenz. Faktisch erweist sie sich als ein genialer Schachzug. Es ist die Geburtsstunde der erfolgreichen „Mystery Sphere“-Kollektion, einer Schließe mit Federmechanismus in Form einer Kugel mit beweglicher Außenhülle und unterschiedlich gestalteten Innenansichten.

Der Überraschungsmoment des Schmucks ist fortan ein wichtiger optischer Anspruch – die technische und gestalterische Entwicklung dabei natürlich höchst komplex und zeitaufwendig. Denn auch wenn es für den Betrachter der wandelbaren Schmuckstücke manchmal so wirken mag, zaubern können die Schmuckmagier aus Neulingen am Ende natürlich nicht. Hinter jeder Schmuckidee steht viel Arbeit und Mühe eines ganzen Teams, um das perfekte Zusammenspiel von traditioneller Handwerkskunst und moderner Technologie zu erreichen und die hochpräzise Funktion zu gewährleisten, die den exklusiven Schmuck „made in Germany“ auszeichnet. Frei nach dem Motto „Ein Wunder entsteht, wenn man das Unmögliche versucht und es wahr wird“.

Gemäß der Devise „Wunder gibt es immer wieder“ folgen bei Jörg Heinz weitere „Wunder“ in Form neuer Verwandlungskünstler: 2010 präsentiert Jörg Heinz die „Magic Pendant“-Kollektion, eine Serie von Anhängern mit jeweils drei edlen Innenansichten, die sich dank einer Art Verzahnungskombination vieler kleiner Drehteile gleichsam „hervorzaubern“ lassen. 2011 folgen die „Janus“ Schließe aus der „Mystery Sphere“-Reihe, 2012 die „Companion“-Kollektion. Aber nicht nur Halsschmuck zeigt bei Jörg Heinz sein Verwandlungstalent. 2013 begeistert die Ring-Kollektion „Revellion“ mit einem magischen Dreh, 2014 folgt der „Mystery Ring“, bei dem wie bei einer Wippe abwechselnd eine von zwei Seiten sichtbar ist.

2015 steht im Zeichen der neuen „Trias Ringe“, sie bilden die Basis für die „2Play“-Kollektion“ und sind lässig im Look und ganz ohne Mikrotechnik gestaltet. Die drei beweglichen Ringelemente lassen unterschiedliche Tragemöglichkeiten zu und faszinieren abermals mit der Magie der Verwandlung. Auch die „(e)motion-Kollektion, die mit integriertem „Soft-touch“ aufwartet, zählt zu den faszinierenden Neuheiten von Jörg Heinz. Mit einem Fingerstreich wird hier ganz spielerisch wie von Zauberhand die Verwandlung herbeigeführt. Möglich machen dies kleinste Magnete im Inneren der Schmuckstücke. Diese neue, raffinierte Verwandlungstechnik ist nicht nur spielend leicht zu bedienen, sondern lässt sich aufgrund ihrer Größe auch in kleine Schmuckstücke integrieren. So auch in die „Magic Pendant petits“: Dank neuer Technik bezaubern die Anhänger mit kleineren Maßen und eröffnen durch eine attraktive Preisgestaltung nebenbei auch gleich neue Kundenkreise.

So unterschiedlich die neuen Kollektionen und Serien aus dem Hause Jörg Heinz auch sind, verbindet doch jede Innovation eine Gemeinsamkeit: Sie offenbaren eine geheimnisvolle Überraschung. Und so entsteht ab 2015 für die raffiniert gestalteten Geheimnisträger und dieses erfolgreiche Kapitel in der Schmuckgeschichte von Jörg Heinz auch ein neuer Claim. Künftig lautet das Motto passend zur erweiterten Schmuckphilosophie „Jeder Mensch braucht ein Geheimnis“.

Mit der „Mystery Sphere petite“ verfolgt Jörg Heinz 2016 abermals den Ansatz „klein, aber oho“ und knüpft an die Entwicklung
der
revolutionären Wechselschließe „Mystery Sphere“ aus dem Jahre 2009 an. So sind diese Verwandlungskünstler dank eines Bajonettverschlusses nicht nur an verschiedenen Ketten oder Schnüren tragbar, sondern auch in sich veränderbar. Mal zeigen sie eine kostbare Perle, mal einen Diamantsolitär oder auch eine vollständig mit Diamanten ausgefasste Fläche. Man muss nur sanft drehen und schon offenbart die edle „Mystery Sphere“ mit einem „Klick“ ein anderes Gesicht …

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: 2017 bekennt Jörg Heinz beispielsweise auf der Inhorgenta Munich mit neuen Schmuckstücken der Serie „(e)motion“ im wahrsten Sinne des Wortes Farbe. Die Idee: Die Kunden selbst bestimmen mit verschiedenen Farbedelsteinen den Look ihres Schmuckstücks. „Unsere verwandelbaren Armreife, Ringe, Anhänger und Wechselschließen muss man anfassen, fühlen und erleben – also im wahrsten Wortsinn ‚begreifen‘, denn erst dann erschließt sich ihre Einzigartigkeit und Faszination“, ist Martin Heinz überzeugt. Im Jahr des 250. Goldstadtjubiläums der Stadt Pforzheim, mit der die Manufaktur seit ihrer Gründung eng verbunden ist, wird auch die beliebte „2Play“-Kollektion mit den erfolgreichen „Trias“-Ringen durch Anhänger, Ohrringe und Armschmuck erweitert. Selbstverständlich lassen sich auch Letztere durch den Austausch einzelner Elemente unterschiedlich variieren, was bei den weiblichen „Fans“ extrem gut ankommt.

Ringe und Armreif aus der erfolgreichen „2Play“-Kollektion: Hier bieten bewegliche Elemente verschiedene Tragemöglichkeiten

DNA nie aus den Augen verloren

2018: Das Jahr des 50. Jubiläum ist gekommen. „Und plötzlich wachst du auf – und bist 50“. Ein Gedanke, der Menschen schnell mal in die Midlifecrisis stürzen kann, erfüllt ein Unternehmen mit dem Gegenteil: Freude! 50 Jahre sind vergangen und vieles hat sich seither auf der Welt verändert. Nicht zuletzt auch für die Frauen in diesem Land, die längst alles können, was sie wollen, und niemand mehr sein müssen. Jörg Heinz hat sie auf dieser Reise begleitet und dabei fünf Jahrzehnte Schmuckgeschichte geschrieben.

In keiner Dekade war es dabei jemals still um die Ausnahmemanufaktur der Familie Heinz. Es waren 50 Jahre der Innovation und Revolution, der Perfektion und Kreation, in denen die Ideen nur so sprudelten und der rote Faden, die DNA, nie aus den Augen verloren wurde. Es waren 50 Jahre, in denen mit deutscher Präzision und Konzentration sowie mit höchster handwerklicher, gestalterischer und technischer Perfektion magische Schmuckkollektionen entstanden sind.

Was gibt’s Neues bei Jörg Heinz? Das ist eine Frage, die auf jeder bedeutenden Schmuckmesse der Welt vielfach gestellt wird, natürlich traditionsgemäß zum Auftakt des neuen Schmuckjahres zuerst in München auf der Inhorgenta. Und natürlich brennt sie auch im Jubiläumsjahr 2018 allen auf der Zunge: Mit welchen neuen Ideen, Verwandlungskünstlern und Geheimnisträgern überrascht Jörg Heinz wohl dieses Mal?

„Unser Kreativraum ist da oben“, sagt Martin Heinz und deutet mit schelmischen Blick auf seinen Kopf. Wie schade, dass man nicht hineinschauen kann, mag sich der ein oder andere da wohl denken. Doch so viel verrät Martin Heinz doch schon vorab: Im Jubiläumsjahr schaut man gerne zurück, denn der Blick in die Vergangenheit kann bekanntlich die Kreativität beflügeln. Und so seien schon einmal zwei Highlights verraten: Die „Mystery Sphere“, die bislang erfolgreichste Verwandlungskünstler-Kollektion von Jörg Heinz, wird 2018 im wahrsten Sinne des Wortes ganz groß rauskommen … – präsentiert in einer interaktiven Vitrine. Und weil nicht nur 1968 die Welt kopf stand, sondern auch 2018 so einiges auf diesem Planeten in Bewegung ist, wird Jörg Heinz mit einer Perl-Hommage an die Ära des Anfangs erinnern …

„Unmögliches wird sofort erledigt. Wunder dauern etwas länger.“ So oder ähnlich könnte wohl auch das Motto für die kommenden 50 Jahre von Jörg Heinz lauten. Denn gewiss werden auch die nächsten Kapitel in der Geschichte dieser Familienmanufaktur wieder überraschend, spannend und vor allem magisch. In diesem Sinne sei auch schon einmal die Überschrift der nächsten Kapitel verraten, die fortan von den wunderbar wandelbaren und großartig geheimnisvollen Preziosen erzählen werden. Sie lautet „Kind of magic“. Denn geheimnisvoll und magisch wird es auch in dieser Schmuckgeschichte allemal. Wie sagte schon Albert Einstein, um ihn gleich noch einmal zu bemühen? „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.“ Also freuen wir uns auf den Zukunftsroman, voraussichtliche Veröffentlichung im Jahr 2068.

Text Sigrid Jürgens

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