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Steigende Nachfrage beflügelt Oroarezzo

Oroarezzo

Die italienische Messe bestätigte das hohe Niveau wie auch das breit aufgestellte Sortiment der heimischen Goldschmiedebranche. Über 600 Messeaussteller empfingen rund 15 000 Besucher.

Verantwortlich für die wachsende Attraktivität der toskanischen Veranstaltung sind die große Kreativität der italienischen Hersteller und die weitläufige Cash-&-Carry-Halle, in der vorwiegend Silberschmuck verkauft wird. Im Fokus standen in diesem Jahr zudem eine handverlesene Gruppe türkischer Hersteller sowie der bewährte Bereich der Schmucktechnologie mit mehr als 70 Ausstellern.

Der Gang durch die Messehallen offenbarte eine immer engere Verbindung zwischen den Auslagen der Aussteller und den Modetrends, wie auch das von den Veranstaltern gewählte Thema des Wettbewerbs Première 2018 zeigte. So waren die teilnehmenden Aussteller dazu aufgefordert worden, in Form von Armschmuck die Tendenz der sogenannten „modischen Anarchie“ zu interpretieren – und dies möglichst mithilfe der Materialkombination Gold/Eisen.

Farben über Farben

„This year, I found an explosion of colours“, so Sadiq Saboolawala von Golden Point Jewellery aus Dubai, einer der insgesamt 450 Einkäufer, die die Messeausrichter eingeladen hatten. Mit Emaillierungen oder Farbsteinen bunt verzierte Schmuckstücke waren in der Tat zahlreich vertreten, insbesondere gelappte Blütenformen und pastellzarte Farbtöne. Die starke Nachfrage, vor allem seitens arabischer Kunden, nach großen und auffälligen, aber zugleich leichten Goldkreationen sorgte für die Rückkehr der Fertigung mittels Electroforming. Die heutzutage sehr kostenbewussten Chinesen hingegen bevorzugen eher kleine, aber erlesen verarbeitete Silberschmuckstücke mit Steinen. Selbst Falcinelli – der wohl einzige Hersteller im Raum Arezzo mit einer Ausrichtung auf Edelsteinschmuck aus Gold und Diamanten – präsentierte erstmals eine Kollektion mit diesem Metall.

Bauliche Erneuerungen

Während der Eröffnungszeremonie wurde betont, dass die italienischen Schmuckhersteller das Jahr 2017 mit einem Umsatzwachstum von 8,9 Prozent sowie einem Exportanstieg von 12 Prozent abschließen konnten. Auch der Arbeitsmarkt der Branche vermeldete positive Signale, wurden in Arezzo im ersten Quartal 2018 doch rund 300 Mitarbeiter eingestellt. Wichtige Neuheiten verkündete dagegen die Italian Exhibition Group, die Eigentümergesellschaft der Messen Arezzo und Vicenza: Der frühere Generaldirektor Corrado Facco wird dem neuen Vorstand nicht mehr angehören, während mit Ugo Ravanelli ein Geschäftsführer bestellt wurde. Die auf den kommenden Herbst verschobene Börsennotierung wurde offiziell bestätigt. Bestärkt durch die Ergebnisse des Jahres 2017 (108 Millionen Euro Erlöse und ein Reingewinn von 8,5 Millionen Euro), gab die I.E.G. nach Ende der Oroarezzo bekannt, dass für den Messestandort Vicenza bauliche Erneuerungen geplant sind. Der für Anfang 2020 vorgesehene erste Schritt sieht dabei den Abriss der Halle 2 (der sogenannten Pyramide) und ihre Neuerrichtung auf zwei statt wie bisher fünf Stockwerken vor. Das Projekt stammt vom Hamburger Architekten Volkwin Marg.

Text: Roberto Chilleri

www.oroarezzo.it

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