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Foto: Messe München GmbH

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Reaktionen auf die Messeabsage

Inhorgenta Munich

Handel und Industrie zeigen sich betroffen von der Absage der Inhorgenta 2021. Die meisten von der GZ befragten Teilnehmer können die Gründe aber nachvollziehen.

„Nach der Entwicklung des Infektionsgeschehens und des Lockdowns kam diese Absage nicht ganz überraschend. Ich unterstütze diese Entscheidung. Alternativen „Light“ im Sommer oder gar im Herbst wären kein vollwertiger Ersatz für die erfolgreiche Fortführung des bisherigen Formates geworden. So konzentriert man sich auf einen fulminanten Neustart im – hoffentlich – Nach-Corona-Jahr 2022! Die Krise war ein Turbo für die Digitalisierung. Ich rechne damit, dass die Hersteller ihre Neuheuten vor allem digital präsentieren werden. Diese digitale Präsentation wird aber sicher auch eine Abrundung durch den Außendienst erfahren müssen. Wir hoffen sehr darauf, dass bald wieder ein Stück Normalität einkehrt. Gerade unsere Branche lebt besonders stark vom persönlichen Kontakt mit den Kunden.“ 

 Stephan Lindner, Juwelier Fridrich, München

„Die Absage halte ich für einen Fehler. Mit welchem Grund sage ich eine Messe ab, wenn die Geschäfte (hoffentlich) wieder geöffnet sind. Gerade in dieser Zeit brauchen wir Impulse, Anregungen, Kommunikation und Motivation.“

Dirk Kolkmeyer, Haus der Weltzeituhren, Osnabrück

„Schade, wir hatten einen Besuch der Inhorgenta fest eingeplant. Eine Messe mit Besuchern aus der ganzen Welt wäre zu dem geplanten Zeitpunkt schwierig umzusetzen gewesen. Viele Hersteller sind mit kreativen neuen Ideen online auf uns zugekommen. Präsentationen von Schmuck finden per Livestream statt. Nur, ein Überblick wie auf einem dreitägigen Besuch der Inhorgenta ist so nicht darstellbar. Die persönlichen Gespräche und Kontakte sind immens wichtig und durch nichts zu ersetzen. Seit über 40 Jahren sind wir Adams auf den Schmuckmessen - auch international – unterwegs. Ich kann mich an kein Jahr ohne Messe oder Branchentreffen erinnern.“

Ingo & Burkhard Adam, Goldschmiede Adam, Hagen

„Die Absage der Inhorgenta Munich 2021 ist zwar bitter, aber richtig. Der Ausweichtermin im Sommer hätte bedeutet, dass internationale Aussteller wie auch Besucher gänzlich fehlen würden. Die Alternative im September würde mit einer gleichfalls zu erwartenden reduzierten Aussteller- und damit Besucherzahl die Attraktivität der Messe stark beeinträchtigen, zumal sie gerade mal fünf Monate vor der nächsten Veranstaltung stattgefunden hätte. Um die Marke Inhorgenta zu schützen ist die Entscheidung daher konsequent.“

Dr. Guido Grohmann, Geschäftsführer BV Schmuck + Uhren, Pforzheim

„Ich bin etwas enttäuscht, dass die Messe komplett abgesagt wurde, obwohl ich die Motive nachvollziehen kann. Ich persönlich hätte mir einen späteren Termin durchaus hätte vorstellen können. Ich glaube, dass eine Live-Messe sehr wichtig ist, vor allem wenn es um Innovationen, Inspirationen, Informationen, Austausch und Überblick geht. Viele Neuheiten und Ideen haben wir hier im Lauf der Jahre für unser Geschäft entdeckt. Das können einzelne Außendienstbesuche oder digitale Formate kaum ersetzen.“

Robert Balser, Juwelier Balser, Gießen

„Die Entscheidung der Messeleitung empfinde ich als absolut richtig. Eine erfolgreiche Frühjahrsmesse mit stetig steigender Entwicklung würde durch eine „abgespeckte“ Messe im Herbst einen Imageschaden erleiden. Unsere Kunden haben wir bereits über die Frühjahrs-Neuheiten per Mail und mittels Videokonferenzen informiert. Unser Außendienst ist hier seit Januar aktiv, um den Einzelhandel bestmöglich zu unterstützen. Die neuen Trauringsysteme sind versandfertig bzw. bereits bei den ersten Kunden - trotz Lockdown - ausgeliefert worden. Vor dem Hintergrund der von mir entwickelten Click & Collect-Aktion stehen zahlreiche Dummysysteme nun für Endkunden abholbereit beim Trauringfachgeschäft, um gemütlich auf dem Sofa zuhause ausgewählt zu werden.“

Eberhard Auerbach-Fröhling, A. Gerstner Trauringe, Pforzheim

„Ich finde die Messeabsage bedauerlich, aber verständlich. Besser die Veranstaltung rechtzeitig absagen, als eine Inhorgenta an den Start zu bringen, die die Erwartungen der Teilnehmer nicht erfüllen kann. Jetzt kommt es auf den Außendienst an, dem Fachhandel rechtzeitig vor Wiedereröffnung der Geschäfte die Neuheiten zu präsentieren, damit in den Schaufenstern und Auslagen neue Kaufimpulse gesetzt werden. Ich freue auf eine richtige Inhorgenta 2022.“

Axel Fritsch, Fritsch Sterling, Bremen

"Ich bedaure die Absage sehr, halte ich doch Präsenzmessen in Bezug auf Neuheiten-Sichtung und den Austausch mit Lieferanten & Kollegen eigentlich für unverzichtbar. Gerade in diesen Zeiten hätte ich also eine Präsenzveranstaltung in jedem Fall für wichtig gehalten! Gleichwohl kann ich die Entscheidung der Messe München nachvollziehen, da man ja leider davon ausgehen muss, dass wirkliche Planungssicherheit noch für viele Monate kaum gegeben ist. Zur Sichtung der Neuheiten ergeben sich nun die klassischen Möglichkeiten „Vorlage im Geschäft“ oder „Besuch bei Lieferanten“. Wie man hört, gibt es seitens einiger Lieferanten ja auch schon Ideen für „Roadshows“ oder ähnliches. Zudem wurde auch schon die eine oder andere Neuheiten-Präsentation via Video-Konferenz bzw. Live-Stream organisiert. Gerade letzteres kann allerdings in meinen Augen den direkten Austausch kaum ersetzen. Dazu kommt, dass man statt eines „geballten“ Wochenendes nun eine Vielzahl von Individualterminen koordinieren muss."

Matthias Laufer-Klitsch, Juwelier Laufer, Bad Hersfeld

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