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Edelsteinmesse stemmt sich gegen Konjunktur

Intergem 2019

Vom 3. bis 6. Oktober war die Intergem in Idar-Oberstein wieder die Drehscheibe der internationalen Edelsteinbranche. Die 110 Aussteller lockten in diesem Jahr allerdings nur 2800 Fachbesucher, rund 200 weniger als im Vorjahr, in die Messehallen. 

„Die drohende Rezession in Deutschland, die Abkühlung der Weltkonjunktur, der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Brexit hinterließen bei der Intergem 2019 Spuren“, sagt Messegeschäftsführer Kai-Uwe Hille. „Wir konnten uns dieser Großwetterlage trotz eines attraktiven, rundum erneuerten Rahmenprogramms nicht gänzlich entziehen. Mit 110 Ausstellern bleibt die Intergem aber eine stabile Größe. Zudem waren viele hochkarätige Einkäufer da.“ Tatsächlich zeigten sich die meisten Aussteller mit den getätigten Geschäften unterm Strich zufrieden. 

„Die Intergem ist ein Gradmesser dafür, wie es um die Zukunft der Edelsteinbranche bestellt ist“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt bei der Messeeröffnung am Tag der Deutschen Einheit. „Angesichts der Leistungen der hier vertretenen Unternehmen bin ich mir sicher, dass die Branche eine starke Zukunft haben wird.“ Idar-Obersteins Oberbürgermeister Frank Frühauf bestätigte die Wichtigkeit der Messe für das ortsansässige Handwerk und sagte: „Die Edelsteinindustrie Idar-Obersteins hat schon viele unruhige Zeiten überstanden und wird auch diese überstehen.“ Jochen Müller, Präsident der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein, plädierte: „Reichen digitale Medien aus, um Kaufentscheidungen zu treffen? Ich denke, nein. Wir wollen Edelsteine in Augenschein nehmen, die Intensität ihrer Farbe und Brillanz auf uns wirken lassen. Nur so kann man den Zauber des Steins im Wortsinn begreifen.“ Eine Messe als Treffpunkt wie die Intergem sei daher unverzichtbar. 

Der Start der 35. Auflage der Intergem war vielversprechend. Mehr als 1000 Besucher wurden am ersten Tag registriert. „Die Verlegung des Eröffnungstermins auf den Feiertag war goldrichtig“, ist Kai-Uwe Hille überzeugt. Allerdings konnten die übrigen drei Tage das Niveau nicht halten. Die Qualität der Besucher war dafür sehr gut. Zahlreiche Topjuweliere, unter anderem Einkäufer namhafter Luxusgüterkonzerne, kaufkräftige Gäste aus Fernost, Süd- und Nordamerika ließen sich blicken und sorgten für gute Umsätze. Auch, wenn das Gros der Gäste aus Deutschland und Benelux kam war „die gefühlte Internationalität groß“, wie Messevereinsvorsitzender Konrad Henn von der Firma Karl Faller betonte. „Die Chancen, hier auf neue Kunden zu stoßen ist nach wie vor groß.“ Auch Nicole Ripp, Geschäftsführerin von Groh + Ripp ist von dem Format überzeugt: „Die Intergem zieht vor allem ein sehr hochkarätiges Publikum aus aller Welt an. Bei uns am Stand waren unter anderem Kunden aus Japan, die nur einmal im Jahr extra nach Idar-Oberstein anreisen.“ 

Das neue Rahmenprogramm wurde gut angenommen. Im Foyer vor dem großformatigen Bild des Bergwerks Steinkaulenberg zeigten Schleifer, Poliere, Graveure, Fasser in einer Produktionsstraße, wie aus unscheinbaren Edelsteinen drei wertvolle Schmuckstücke entstehen. Die täglichen Vorführungen waren ständig umlagert und zeigen, wie wichtig die Darstellung der Handwerkskünste ist. Die dabei gefertigten Schmuckstücke, zwei Ringe und ein Anhänger, wurden am Sonntag zu Gunsten des Fördervereins der Edelsteinverarbeitenden Berufe, der Auszubildenden bei materialintensiven Arbeiten unterstützt, verlost. Die Sales Coaching Workshops, auf denen Experten aus der Region Juwelieren Fachwissen für besseres Verkaufen vermittelten, waren bis auf die letzten Plätze besetzt. Und die diesjährige Messeparty unter dem Titel „On the Rocks“ auf Schloss Idar-Oberstein war mit 150 Gästen ausgebucht. „Die Intergem bewies einmal mehr ihre Position als das Aushängeschild des Kompetenzzentrums Idar-Oberstein“, zieht Kai-Uwe Hille Bilanz. „Nirgendwo sonst gibt es in Europa solch eine große Auswahl an hochwertigen Edelsteinen und Edelsteinschmuck.“ Damit das so bleibt, hat er auch für 2020 zahlreiche Neuerungen vor.

www.intergem.de

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