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Die JGF konnte mit ihrem Ausstellermix nicht genügend Besucher überzeugen

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Aus für JGF

Nach nur drei Jahren ist Schluss:

Die Schmuck- und Edelsteinmesse JGF Europe wird nicht mehr stattfinden. Der für 2017 bereits angekündigte Termin wurde abgesagt.


Mit vielen Hoffnungen und noch mehr Vorschusslorbeeren ging die Jewellery & Gem Fair Europe, kurz JGF, im Jahr 2014 an den Start. Die Branche hatte schon seit einiger Zeit eine Alternative im Frühjahr mit überschaubaren Messekosten und möglichst nah an der Baselworld gesucht. Da kam der kapitalstarke asiatische Messeorganisator UBM mit dem unter Federführung von Wolfram Diener entwickelten Konzept für Freiburg gerade recht. Vor allem Firmen im mittleren Preissegment sahen hier ihre Chancen, im Kielwasser von Basel und als Antwort auf die damals noch krän-kelnde Inhorgenta Munich eine Plattform gefunden zu haben. Hier wollte man sowohl internationales Klientel aus dem nur eine Fahrstunde entfernten Basel als auch Juweliere aus dem weiteren Einzugsbereich anlocken, um ihnen eine Reise zu den asiatischen Messeplätzen zu ersparen. Doch die Rechnung ging nicht auf: Weder von der Weltleitmesse in der nahen Schweiz konnten die Aussteller profitieren, noch kamen genug Einkäufer nach Freiburg, die an dem schwerpunktmäßig asiatischen -Angebot interessiert gewesen wären. Die Zahl der Aussteller schrumpfte von 444 im Vorjahr auf 280 in diesem Jahr – avisiert waren einmal über 550. Die Zahl der Besucher fiel auf unter 4000, erwartet war eine Hausnummer von über 6000. Nun zogen die Verantwortlichen beim asiatischen Veranstalter UBM die Reißleine, sagten den Termin für das kommende Jahr kurzfristig ab und verkündeten die endgültige Einstellung der Messe.

Die Zugpferde fehlten

„Wir haben nicht die notwendige Größenordnung erreicht, mit der das Messekonzept nachhaltig funktioniert“, bedauert Wolfram Diener, Senior Vice President von Messeveranstalter UBM Asia, gegenüber der GZ auf Nachfrage. „Es fehlten uns die notwendigen großen Zugpferde bei den Ausstellern, die uns wiederum Besucher gebracht hätten.“ Auch die schwierige Branchenkonjunktur sei ein Grund gewesen. Zudem hätten einige Firmen die fernöstliche Konkurrenz in Freiburg gemieden. Zwar hatten zwei Drittel der Aussteller bereits für 2017 zugesagt. „Doch wir haben bei der Akquise gemerkt, dass wir auch im nächsten Jahr die kritische Masse nicht erreicht hätten. Wir hätten 150 Teilnehmer mehr gebraucht, um die Messe attraktiv zu machen. Da haben wir lieber frühzeitig die Messe abgesagt, als unsere treuen Aussteller im September zu spät vor den Kopf zu stoßen“, sagt Wolfram Diener. Sein Team und er hatten mit viel Herzblut und persönlichem Engagement für dieses Projekt gekämpft. Diener deutete an, dass es Überlegungen zu alternativen Projekten in Deutschland gebe. 

Wolfram Diener und sein Team von UBM bedauern die Einstellung der Freiburger Messe

Text: Axel Henselder

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