Das Magazin für Schmuck und Uhren

Ausbildung

Werkbank trifft Schulbank

Schulen im Porträt

Angehende Goldschmiedinnen und Goldschmiede in Norddeutschland finden in der Beruflichen Schule Farmsen G16 einen kreativen Partner: Wettbewerbs- und Messebeteiligungen gehören ebenso zum Lehrplan wie technologisch-praktische Übungen.

Das Einzugsgebiet der Hamburger Beruflichen Schule Farmsen G16 – Medien und Technik ist groß: Aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kommen die Auszubildenden, die hier ihre schulische Berufsausbildung absolvieren möchten. Die angehenden Gold- und Silberschmiede lernen im dualen System – ihren Ausbildungsbetrieb suchen sie sich selbst aus, den schulischen Teil übernimmt die berufliche Schule im Nordosten Hamburgs. Insgesamt dreieinhalb Jahre dauert die Lehrzeit, in der die Schülerinnen und Schüler nicht nur an der Werkbank, sondern auch auf der Schulbank sitzen. Praxisorientierung ist der Schule besonders wichtig: So empfiehlt sie beispielsweise den Auszubildenden ein Betriebspraktikum vor dem Start der eigentlichen Ausbildung – nicht nur, um vorhandene Fertigkeiten und Fähigkeiten zu testen, sondern auch, um zu sehen, ob mit dem zukünftigen Chef die „Chemie stimmt“. 

Gestalterisch, praktisch, berufsbezogen

Der Fachbereich der Goldschmiede ist an der Beruflichen Schule Farmsen G16 dem Berufsfeld der Metalltechnik zugeordnet, unterscheidet sich aber in einem wichtigen Punkt: Gestalterischen Aspekten wird hier mehr Gewichtung eingeräumt. „Eine zu grundsätzliche technologisch-naturwissenschaftliche Übergewichtung ist im Hinblick auf die spezifische Besonderheit des Goldschmiedeberufs nicht angebracht“, heißt es vonseiten der Schule. Die Vermittlung von Gestaltungsgrundlagen ist daher fester Bestandteil des Lehrplans. Vor diesem Hintergrund lernen die Schülerinnen und Schüler, Schmuck in verschiedenen Techniken darzustellen, eigene Schmuckentwürfe zu entwickeln und diese projektbezogen zu realisieren. Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Goldschmiedekunst soll darüber hinaus weitere Anregungen für die eigenen Arbeiten bieten. Denn, so Bettina Ammer, die an der Beruflichen Schule Farmsen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: „Goldschmiede werden seit Jahrhunderten ausgebildet und auch in Hamburg hat der Beruf eine lange Tradition“. Darüber hinaus soll die intensive Beschäftigung mit Werkstoffen und Edelsteinen die Auszubildenden für die Möglichkeiten der Verarbeitung und gestalterischen Anwendungen sensibilisieren. Auch Fragen zum Thema Kundenberatung fließen in den Unterricht ein, während berufsbezogene Mathematik, Wirtschaft und Politik die Lerninhalte ergänzen. Viel Lob sowohl für die Lerninhalte selbst als auch für deren Vermittlung kommt vonseiten der Schülerschaft: „Mir gefällt, dass die Lerninhalte nicht nur theoretisch sind, sondern dass wir in der schuleigenen Goldschmiedewerkstatt auch unsere Kreationen produzieren können“, sagt eine Schülerin. Und ein Mitschüler ergänzt: „Das Engagement der Lehrer, uns Zugang zu außerschulischen Aktivitäten zu ermöglichen, beispielsweise Ausstellungen oder Wettbewerbe, ist besonders groß.“

An den Markt herantasten

Um die Auszubildenden mit der Arbeitsmarktrealität zu konfrontieren, führt die Berufliche Schule Farmsen G16 berufsrelevante Messen oder Veranstaltungen im eigenen Haus durch oder ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, relevante Events zu besuchen. Dazu gehört beispielsweise die „Schmuck Tech“, eine Ausstellung von Technologie-Innovationen für Goldschmiede und Schmuckhersteller an der Beruflichen Schule Farmsen. In diesem Rahmen erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, sich aus erster Hand mit neuen Technologien für PC-gesteuerte Entwürfe, Gussanlagen oder Oberflächenveredelung vertraut zu machen. Auch die regelmäßige Teilnahme an der Hamburger Mineralienmesse verschafft den angehenden Goldschmieden einen guten Branchenüberblick. Im Dezember nutzten neun Schüler die Gelegenheit, um eigene Schmuckstücke, die zum Thema „16. Jahrhundert trifft 2016“ entworfen und gefertigt worden waren, vor Ort zu präsentieren. „Die Idee war, barocke oder an die Renaissance erinnernde Elemente mit Versatzstücken der Moderne zu kombinieren“, erklären Friederike Osterloh und Maike Schultz, die als Fachlehrerinnen die G16 Goldschmiede unterrichten. Zu den fantasievollen Schmuckstücken gehörte beispielsweise ein Perlencollier, dessen Zierelemente die Form der im Internet verbreiteten Emoji aufnehmen, also von Smileys und ähnlichen Bildschriftzeichen. Wie der Markt auf ihre Ideen reagiert, konnten die Auszubildenden sogleich testen: Die Messebesucher konnten den Schmuck nicht nur bestaunen, sondern auch kaufen.

Text: Christel Trimborn

www.g16hamburg.de

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