Das Magazin für Schmuck und Uhren

Ausbildung

Gewohntes überdenken

Werkstatt & Ausbildung Pforzheim

Der Pforzheimer Studiengang Schmuck und Objekte der Alltagskultur (SOdA) zeigte in einer Werkschau die Abschlussarbeiten der BA-Absolventen.


Neun Absolventinnen, neun neue Herangehensweisen an Schmuck und alltägliche Objekte: Die Werkschau der Abschlussarbeiten im Studiengang „Schmuck und Objekte der Alltagskultur“ (SOdA) an der Hochschule Pforzheim zeigte das breite thematische Spektrum, mit dem sich die Bachelor-Absolventinnen während ihres Studiums beschäftigt hatten. Die Auseinandersetzung mit der Beziehung von Körper und Schmuck stand dabei stets im Mittelpunkt und so luden ihre Arbeiten dazu ein, konventionelle Sichtweisen zu überdenken. Durch die innovative Nutzung von modernen wie auch traditionellen Materialien und Techniken entwickelten die neun Absolventinnen, die ihre Ausbildung zum Wintersemester 2015/16 abschlossen, ganz neue Formensprachen.

„Schizophrenia“ heißt beispielsweise die plakativopulente Kollektion von Rebecca Schultze, welche die aktuelle Konsumkultur und Überflussgesellschaft thematisch aufgreift. Übergroße Ketten und Schmuckelemente verweisen in ihrer absurden Materialität augenzwinkernd auf das Problem der permanenten Überforderung durch eine anscheinend unendliche Menge an Möglichkeiten. Kurios die Materialwahl: Sämtliche Schmuckstücke bestehen aus Seife. Sobald man die Ketten anlegt, beginnt ihr Verfall.

Ebenfalls mit ungewöhnlichen Materialien befasste sich Felicitas Schmittinger. Unter dem Titel „Strömungen“ kombiniert die junge Designerin die Rohstoffe Erdöl, Gold und Zucker zu drei Schmuckserien. „Strömungen sind gewaltige und zugleich sehr empfindliche Bewegungen, die in sich und mit anderen Strömen genau abgestimmt sind. Zu den wichtigsten Strömungen gehören eben Rohstoffe“, erklärt die Absolventin den Hintergrund ihrer Idee und fügt hinzu: „Rohstoffe erschaffen Schönes, bergen Veränderungen, rufen unangenehme Gefühle hervor und bewirken manchmal sogar Zerstörung.“

Reise in andere Welten

Julia Weisbrod dagegen widmete sich der kreativen Kraft von Traumwelten. Ihre Arbeiten mit dem Titel „Somnium“ laden zu einer Reise in die innere Wirklichkeit ein, in eine Art Parallelwelt. Träume selbst sieht die Designerin als künstlerische Gebilde an, die das Vertrauen in die eigene Kreativität stärken können – sie eröffnen neue Wirklichkeiten und frische Perspektiven auf Altbekanntes. Ihr Schmuck kann als künstlerische Umsetzung von bildreichen Botschaften aus dem Reich des Unbewussten verstanden werden.

Besonders voluminös und beeindruckend ist die Männerschmuckkollektion „Future Warrior“ von  Absolventin Xia Xi, in der sie altes Handwerk mit modernen Materialien verknüpft. „Die Kollektion beschäftigt sich mit der Idee einer zukünftigen Lebensart, die im Umgang mit dem Neuen das Alte berücksichtigt“, erklärt Xia Xi. Mittels traditioneller Flechttechniken verbinden die Schmuckstücke aus schwarzem Gummi, Leder und Nieten beide Welten wie eine Brücke und beschützen sie gleichzeitig wie eine Rüstung.

Alle Absolventinnen

Lena Beigel, Helena Gromann, Selina Rempp, Jacqueline Santos De Freitas, Lena Schwertfeger, Felicitas Schmittinger, Rebecca Schultze, Julia Weisbrod, Xia Xi

01 „Strömungen“ von Felicitas Schmittinger 02 „Somnium“ von Julia Weisbrod 03 „Schizophrenia“ von Rebecca Schultze 04 „Future Warrior“ von Xia Xi

Text: Christel Trimborn
Fotos: Rebecca Schultze (1), Petra Jaschke (1), Silke Schlotz (1), Maximilian Heinsch (1)

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