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Uhren

Die Hauptstadt-Uhr

Askania

Was im Jahr 1871 mit der Fertigung feinmechanischer Präzisionsgeräte begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte mit Armbanduhren: Die Marke
Askania setzt auf Historie – und auf „Made in Germany“.

Wo heute die Hamburger Elbphilharmonie steht, befand sich einst der Kaiserspeicher. Auf ihn richtete sich in alten Zeiten der Blick aller Seeleute. Denn auf diesem Lagerhaus war ein weithin sichtbarer Zeitball angebracht. Dieser etwa einen Meter große schwarze Ball wurde nach oben gezogen und Punkt zwölf Uhr Greenwich Mean Time fallengelassen. Somit konnten Seeleute ihre Schiffschronometer auf die Sekunde genau einstellen – das war erforderlich, um auf See navigieren zu können. Da diese Präzision mit einer maximalen Abweichung von einer Zehntelsekunde am Tag  immens wichtig war, konnte nur ein Meister den Mechanismus des Zeitballs herstellen. Dieser hieß Carl Bamberg und hatte 1871 in Berlin unter dem Namen „Bambergwerke“ eine Manufaktur für Messtechnik gegründet. Seine Erfindungsgabe machte Carl Bamberg zu einem erfolgreichen Hersteller der feinmechanischen und optischen Industrie. Gefertigt wurden in seiner Firma hochwertige Präzisionsgeräte für Marine, Observatorien und Forschung und schließlich auch Taschenuhren mit Handaufzugswerken. 1921 erfolgte nach einer Fusion mit einem Glasgerätehersteller die Umbenennung in die Askania-Werke AG – ein Name, der Bezug auf das ostdeutsche Adelsgeschlecht der Askanier nimmt und darauf durch die Krone im Firmensignet hinweist. Der Erfolg blieb dem Unternehmen auch unter dem neuen Namen treu: Askania avancierte zu einem der bedeutendsten deutschen Unternehmen für Luftfahrt- und Navigationsinstrumente. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen geteilt und die verschiedenen Sparten verloren mehr und mehr an Bedeutung.

Hochwertige Handarbeit

Zu Beginn des neuen Jahrtausends entdeckte Leonhard R. Müller die Geschichte des Unternehmens – er las in einem Buch über Militär- und Fliegeruhren vom ausgezeichneten Ruf der historischen Marke. Ein Moment, den er heute als „Urknall“ bezeichnet. Denn zum einen seine eigene Vorliebe für Pilotenuhren, zum anderen die mehrjährige Tätigkeit  in der Uhrenbranche brachten ihn auf die Idee, die Geschichte von Askania fortzuschreiben. 2004 erwarb Müller die Namensrechte an Askania und wurde zum Vorstandsvorsitzenden der im gleichen Jahr gegründeten Askania AG. Er positionierte die Marke innerhalb weniger Jahre erfolgreich als Symbol für Zeitmessung in der deutschen Hauptstadt. „In den vergangenen 13 Jahren, seit wir wieder Uhren in Handarbeit bauen, haben wir unsere Bekanntheit ständig erhöht. Die Marke Askania ist wiederentdeckt worden und hat sich etabliert“, so Müller. 

Ein Schwerpunkt der Vermarktung liegt dabei auf den Themen Hochwertigkeit und „Made in Germany“-Uhren, erklärt Müller: „Unsere Garantiezeit beträgt fünf Jahre – das ist einzigartig in der Uhrenbranche. Unsere traditionell sehr gut ablesbaren Piloten- und Borduhren finden unsere Kunden sehr ansprechend; sie sind im In- wie im Ausland sehr beliebt.“ Mittlerweile umfasst die Kollektion 50 Modelle, die meisten davon sind mit Automatikwerken ausgestattet, einige wenige mit Handaufzugswerken; zudem gehört eine kleine Auswahl an Quarzuhren zur Kollektion. Insgesamt habe man „Materialien und Komplikationen ständig verbessern können“, sagt Müller. Dafür steht insbesondere die Jahrgangsuhr „Quadriga“, ein technisch feines Sondermodell, das jährlich neu vorgestellt wird. Die jüngste Ausgabe „Quadriga 2017“ ist mit einem Askania-Handaufzugswerk ausgestattet und auf 146 Stück limitiert. Diese Zahl entspricht den Jahren seit der Askania-Gründung durch Carl Bamberg. Da die Sonderedition jeweils eine Hommage an das Brandenburger Tor darstellt, ist dieses auf dem Zifferblatt abgebildet.

Intensive Zusammenarbeit

Wie die gesamte Kollektion wird auch die „Quadriga“ in den Berliner Werkstätten von Askania hergestellt. Hier erhalten einzelne Werkkomponenten ihr Finish, Uhrwerke werden montiert und eingeschalt. Den prominentesten Auftritt haben die Zeitmesser schließlich im Berliner Shop in den Hackeschen Höfen in Mitte – ein Anziehungspunkt nicht nur für Touristen. Ganz neu ist zudem eine weitere eigene Verkaufsstelle: Ende 2017 eröffnete Askania einen Laden am Kurfürstendamm.

Nun richtet sich der Fokus auf eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Fachhandel, berichtet Leonhard R. Müller: „Das vorrangige Ziel für die nächsten Jahre ist es, sowohl im In- als auch im Ausland, weitere unabhängige Verkaufspunkte für die Marke Askania zu gewinnen, die ihren Kunden mit Liebe und Begeisterung unsere Produkte anbieten und die Lücken in den Regionen zu schließen, in denen wir noch ungenügend präsent sind.“

Text Iris Wimmer-Olbort

www.askania-berlin.de

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