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Schmuck

Handgefertigtes Collier „Fantasia“ aus dem Meister-Atelier von Juwelier Georg H. Leicht mit Farbedelsteinen und Brillanten (Foto: Markus Bechtle)

Mit Leichtigkeit an die Spitze

Juwelier Leicht

Nach dem Abitur zog es Georg H. Leicht erst mal weg vom elterlichen Betrieb. Es ging zum Journalismus-Studium in die USA. Doch schon bald fand er zurück in die Schmuckbranche und eröffnete in Bonn sein erstes Juweliergeschäft. Heute ist Juwelier Leicht die erste Adresse in Pforzheim und gehört mit seinen Dépendancen zu den führenden Juwelieren Deutschlands.

GZ: Sie haben Ihrer Heimatstadt in den 80er-Jahren den Rücken gekehrt und kamen erst Jahre später zurück. Wie hat sich Pforzheim seit damals verändert?

Georg H. Leicht: Die Stadt befand sich in einer dramatischen Umbruchsituation. Es lag für mich nicht auf der Hand, in die Branche meiner Eltern zu gehen. Seither ist viel passiert. Ich würde sagen, Pforzheim hat den Weg aus der Verzweiflung, hin zum Erfolg gefunden.

Dennoch hat es Sie 2005 zurück an Ihren Ursprung verschlagen. Wie kam’s?

Ich lebte in Dresden und bekam die Chance, die SCHMUCKWELTEN mitzugestalten. Aus der ersten Einschätzung, dass die Stadt im Aufbruch ist, ist bald die Gewissheit entstanden, dass sie stark ist und Potenzial hat. Das hat sich schließlich auch bewahrheitet.

Wie konnte sich die Stadt und mit ihr das Schmuckgeschäft wieder aufraffen?

Durch Kreativität und ein neues Gemeinschaftsgefühl. Was auch mit dem Generationswechsel zu tun hat. Die jungen Unternehmer haben sich zusammengerauft, sie gehen Probleme nun gemeinsam an.

Wie sieht das konkret aus?

Man tauscht sich aus und gibt sich Tipps. Schmuck herzustellen ist ein arbeitsteiliger Prozess. Er funktioniert nur, wenn man ihn zusammen macht. Zudem hat man sich auf die eigene Kreativität besonnen. Man hat gelernt, sich wieder als Designvorreiter zu verstehen oder daran zu arbeiten, es zu werden.

Wie haben sich die Kundenwünsche verändert?

Vor 25 Jahren haben wir den Aufstieg der Marken erlebt. Die Leute wollten Schmuck tragen, den auch andere besitzen, und zwar in allen Preisklassen, von Thomas Sabo bis hin zu Wellendorff. Aktuell ist der Markt unübersichtlicher. Der Trend geht zum individuellen Design.

Und die Kundenansprache, wie sieht die im Vergleich zu früher aus?

Durch das Internet ist der Kunde heute informierter und aufgeklärter. Dazu kommt ein Gegentrend: Der Lustkauf spielt eine immer größere Rolle. Die Menschen lassen sich bei einem Event oder einer toll gemachten Präsentation begeistern und kaufen spontan. Das Objekt der Begierde muss nicht mehr die nächsten 20 Jahre zu jeder Gelegenheit tragbar sein, es muss einfach im Augenblick gefallen.

Sie haben neun Niederlassungen, darunter an so exklusiven Plätzen wie dem Hotel Adlon in Berlin. Wie stellt sich Pforzheim im Vergleich dazu dar?

Hier befindet sich seit 2005 unser Flaggschiff mit der größten Fläche und extravaganten Präsentationen. Viele denken, Pforzheim wäre ein ruhiger Platz. Das stimmt aber nicht. Die Leute fahren bis zu 120 Kilometer, um bei uns einzukaufen. Der Umsatz ist absolut vergleichbar mit den Standorten in Berlin und Dresden.

Gibt es für Sie Traum-Locations, an denen Sie gern noch Filialen realisieren würden?

Ja, mehrere. Sehr zum Leidwesen meiner Frau. Sie meint, wir hätten schon genug zu tun. Mich würden Städte wie Düsseldorf und Frankfurt, aber auch Salzburg sehr reizen.

Text: Marion Genetti

www.juwelier-leicht.de

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