Das Magazin für Schmuck und Uhren

Ausbildung

Studieren in Bella Italia

Ein modernes Studium in historischer Umgebung – die 1985 in Florenz gegründete Schmuckschule  Le Arti Orafe (LAO) ist ein Magnet für Studierende aus der ganzen Welt.

Da leben und studieren, wo andere (Kultur-)Urlaub machen – wer wollte das nicht? Giò Carbone, Gründer und Leiter der privaten Schmuckschule Le Arti Orafe, macht nicht zuletzt die reizvolle Umgebung der Schule für deren anhaltenden Erfolg verantwortlich. „Ein wichtiger Aspekt und eine starke Motivation für ausländische Studierende ist sicherlich der unvergleichliche Standort der LAO. Die Räumlichkeiten befinden sich mitten im historischen Zentrum von Florenz, im Stadtteil Santo Spirito/San Frediano. Weil der seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat, bietet er Besuchern und Bewohnern immer eine intensive menschliche Erfahrung“, sagt Giò Carbone. Neben der ebenso inspirierenden wie pittoresk-romantischen Atmosphäre der Toskana betont er jedoch den professionellen Aspekt der Ausbildung, die zwar den „Renaissance-Geist der Region geerbt“, sich jedoch längst den modernen Anforderungen an zeitgenössische Schmuckgestalter angepasst habe. „Selbstverständlich berücksichtigen unsere Lehrkräfte die vielen Veränderungen in der Gesellschaft und kommen den Bedürfnissen der Studierenden nach. Schließlich kommen diese auf der Suche nach professionellen Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten nach Florenz“, sagt Carbone.

Einzigartig und erfolgreich

Als der Goldschmied, Gestalter und Visionär Le Arti Orafe 1985 gründete (damals noch im unweit von Florenz gelegenen Lucca), war dies die erste Schmuckschule in Italien, die sich der Vermittlung zeitgenössischen Schmuckdesigns widmete. In den mehr als 30 Jahren hat sich zwar manches am Konzept geändert, viele der im Laufe der Jahre getroffenen Entscheidungen seien jedoch im Einklang mit der ursprünglichen LAO-Aussage entstanden, so Carbone: „Unser Ziel war und ist es immer, ein Gleichgewicht zwischen dem traditionellen Goldschmiedewissen sowie den zeitgenössischen künstlerischen Entwicklungen zu vermitteln und zu pflegen, denn diese beiden Aspekte sind eng verbunden“, so der Gründer. Nicht umsonst bedeutet der Name der Schule übersetzt so viel wie „Die Künste des Goldschmiedens“. Dabei betont Carbone, dass der Erwerb solider technischer Grundlagen die wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung und Erforschung moderner Kreationen sei. Um all dies zu lernen, ist die Schule mit allem Notwendigen ausgestattet: Mit sechs Werkstätten für klassische und praktische Unterrichtseinheiten wie Goldschmieden, Juwelenfassen, Gravieren et cetera, einem speziellen Gemmologie-Raum, einem modernen CAD-Studio sowie weiteren Räumen für Design- und andere theoretische Lehren. Besonders stolz ist man auf die hervorragend bestückte Bibliothek. Wenn es um Fachliteratur zu Schmuck geht, gehört sie zu den wichtigsten Büchersammlungen Italiens. Neben Hand- und Sachbüchern umfassen die 1300 Nachschlage-Exemplare auch Monografien, Kataloge und internationale Fachmagazine.

01: Die hervorragend ausgestattete Bibliothek bietet jede Menge Schmuckfachwissen; 02: Über den Dächern von Florenz: Studierende und Lehrende der LAO; 03: Gut besucht: die Ausstellung „Preziosa 2017“

Künstlerische und menschliche Aspekte

Über die praktische, gestalterische und künstlerische Lehre hinaus sind auch die gemeinsame Organisation oder Besuche von inhaltlich relevanten Veranstaltungen wie Tagungen, Ausstellungen, Konferenzen und Wettbewerben fester Bestandteil der Ausbildung. „LAO legt großen Wert auf sämtliche Aspekte, die das gestaltende Goldschmiedehandwerk ausmachen“, sagt Giò Carbone. Dazu gehört zum Beispiel auch die seit vielen Jahren kontinuierliche Messebeteiligung an der Inhorgenta Munich. Hier präsentiert sich zum einen die Schule selbst – oftmals zeigen die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge ihre Arbeiten oder es werden besonders spannende Semesterprojekte vorgestellt. Zum anderen kommen die Inhorgenta-Munich-Besucher seit Jahren in den Genuss, einen Teil der jeweils aktuellen „Preziosa“ Ausstellung zu sehen. Dabei handelt es sich um eine jährlich neu zusammengestellte Schau moderner Schmuckkunst von internationalen Künstlern und Gestaltern. Bereits seit 2005 zeichnen die Studierenden und Lehrenden der Florentiner Schmuckschule gemeinsam für die Auswahl der experimentellen und innovativen Arbeiten verantwortlich. „Preziosa kann als explorativer Weg betrachtet werden, der sich in ständiger Bewegung befindet“, berichtet Giò Carbone. „Jedes Jahr aufs Neue erforschen wir die künstlerische Annäherung der internationalen Szene an das komplexe Thema Schmuck“, erklärt der Schulleiter  das Ausstellungskonzept. Besonders wichtig ist ihm darüber hinaus das Gemeinschaftsgefühl, das alle Studierenden – unabhängig von Alter, Herkunft oder Studienerfahrung – miteinander verbindet: „Aus Erfahrung weiß ich, dass die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig unterstützen und Erfahrungen austauschen“, erzählt er. Aus seiner Sicht schaffe das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen und Traditionen die idealen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium – und für die Bildung von dauerhaften Freundschaften.

Text: Christel Trimborn

www.artiorafe.it


Le Arti Orafe (LAO)

Zeitgenössische Schmuckschule & Akademie, Florenz, Italien

 

1. Zahl der Auszubildenden

Rund 100 Studierende pro Jahr, 50 % Erstsemester sowie jeweils 25 % im zweiten und dritten Ausbildungsjahr

2. Zahl der Dozenten

18 Lehrer und drei Assistenten für die reguläre Ausbildung. Für einzelne Kurse und/oder Workshops werden zusätzliche Experten (Designdozenten, Architekten, Goldschmiede, Juwelenfasser, Künstler et cetera) aus dem In- und Ausland eingeladen

3. Zulassungsvoraussetzungen

Erstes Ausbildungsjahr: gesetzliches Mindestalter und Hochschulreife, zweites Ausbildungsjahr: Zertifikat, welches mindestens dem Besuch des ersten Ausbildungsjahres entspricht

4. Bewerbungsfristen

Für alle Kurse gibt es Bewerbungsfristen, die in der Regel 40 Tage vor Kursbeginn enden

5. Abschlüsse

Anerkannte Abschlüsse: Undergraduate Diploma (ein Jahr/Grundstudium), Graduate School Diploma (nach dem zweiten und dritten Ausbildungsjahr/Diplom-Abschluss) und School Certificate (Zeugnis); abhängig von den besuchten Kursen LAO ist eine vom European Social Fund (ESF) und Erasmus-Programm anerkannte Bildungseinrichtung

6. Bestehende Partnerschaften

Neben dem normalen Lehrbetrieb bietet LAO zahlreiche Aktivitäten (z.B. Ausstellungprojekte, Wettbewerbs- und Messebeteilungungen), sowie Kooperationen mit anderen Schulen, Menschen und Unternehmen in verschiedenen geografischen Regionen an. Kooperationen mit diversen Unternehmen erleichtern Absolventen einen möglichen Berufseinstieg

7. Unterrichtssprache

Reguläre Unterrichtssprache ist Italienisch. Kurse in englischer Sprache können bei Bedarf organisiert werden

 

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