Das Magazin für Schmuck und Uhren

Ausbildung

Fotos: Sarah Eiselt

Beste Aussichten

Hochschule Wismar

Studieren, wo andere Urlaub machen – in Wismar ist das möglich. Backsteinhäuser und Segelboote prägen bekanntermaßen das idyllische Bild der Hansestadt an der Ostsee, doch ganz nebenbei hat sich die Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar zu einer bundesweit anerkannten Lehrinstitution für Schmuckdesign etabliert. Untergebracht ist sie in einem modernen Neubau, der mit Dachterrasse und großzügigen Glasfassaden einen Blick auf die Altstadt erlaubt. 


Die Studienrichtung Schmuckdesign, die gemeinsam mit Produktdesign zum Studiengang Design gehört, verfolgt verstärkt einen künstlerischen Ansatz, der einen Blick in andere Fachgebiete nicht nur erlaubt, sondern konsequent fördert: „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Studienrichtungen und Studiengängen ist beabsichtigt und fördert den flexiblen Einsatz der Absolventen“, heißt es vonseiten der Fakultät.

Großzügige Ausstattung

Konsequent setzt die Ausbildung darauf, Studierende über den Tellerrand blicken zu lassen und ihnen möglichst viel Gelegenheit zu bieten, ihre Ideen auf interdisziplinärer Ebene oder mit den technischen Mitteln der anderen Studiengänge zu realisieren. Dafür stehen der Fakultät auf über 2000 Quadratmetern professionell ausgestattete Labor- und Werkstattflächen – von Schmuck- über Modellbau- bis zu Videowerkstätten, einem Fotostudio und einem Lichtlabor – zur Verfügung. Ein Chipkartensystem gewährt Studierenden den Zugang – zum Teil 24 Stunden lang.

Um Techniken wie Montieren, Galvanik und Emaillieren zu erlernen, ist die Werkstatt für Schmuckgestaltung nicht nur mit Gold- und Silberschmiedearbeitsplätzen, sondern auch mit PUK-Feinschweißgeräten und Emaillieröfen ausgestattet. Darüber hinaus sind die Computerlabore softwareseitig in die CNC- und Rapid-Prototyping-Umgebung der Fakultät eingebunden und im Bereich Modellbau gibt es drei CNC-Fräsen sowie einen 3-D-Drucker. Neben der Vermittlung traditioneller Gold- und Silberschmiedetechniken bleibt den angehenden Schmuckdesignern auch Raum für Unkonventionelles. Dabei kann es sich um Stu­dien mit textilen, technischen und natürlichen Materialien oder mit Kunststoffen handeln.

Breites Studienprogramm

Überdies zählen Messeteilnahmen, beispielsweise auf der Inhorgenta Munich oder der Grassimesse Leipzig, zum Studienprogramm und ermöglichen erste Einblicke in den Markt. Dabei stellen die Studierenden nicht nur ihre eigenen Projekte und Abschlussarbeiten vor, sie erarbeiten auch das Konzept für die Messepräsentation und betreuen den Stand – auch hier zum Teil fachübergreifend mit den anderen Studiengängen der Fakultät Gestaltung.

Und was kommt nach dem Abschluss? „Die meisten Absolventen sind freiberuflich tätig. Entweder arbeiten sie in eigenen oder in gemeinschaftlichen Ateliers“, weiß die Diplom-Schmuckgestalterin und Professorin Andrea Wippermann. Sie ist im Schmuckdesign für die Bereiche ­Entwurf und Entwurfsgrundlagen verantwortlich. Stolz ist die Professorin auf die hohe Auszeichnungsquote der ­Wis­marer Designstudenten. Vom Friedrich-Becker- über den Marzee-Graduate-Preis bis zum Norddeutschen Wissenschaftspreis der fünf Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein reichen die Trophäen.

Im Gebäude der Fakultät Gestaltung an der ­Hochschule Wismar befinden sich die Werkstätten wie die Schmuck- und Druckwerkstatt, die Büros einiger Professoren, Labore, das Fotostudio sowie die Ateliers der Studenten

Design ein- und verkaufen

Der gemeinnützige Verein ­„Design Shop HS Wismar e.V.“ bietet den Studenten der Hochschule Wismar eine Plattform, um Produkte wie Schmuck oder Druckerzeugnisse zu vertreiben oder interessierte Hersteller für die Serienproduktion ihrer Pro­totypen zu gewinnen. Alle immatrikulierten Studenten der Hochschule können sich beim Designshop anmelden, um selbstständig eigene Inhalte ­einzustellen oder zu verwalten.

Hochschule Wismar Fakultät Gestaltung

Diplom-Studiengang Design | Studienrichtungen Produkt- und Schmuckdesign

1. Zahl der Studierenden

Fakultät für Gestaltung insgesamt:
649 Studierende

Studienrichtung Schmuckdesign:
28, davon 7 Erstsemester

(Stand: 21.9.2015)

 

2. Zahl der Dozenten

8 Professoren für die Studienrichtung Schmuckdesign

4 Lehrbeauftragte im Wechsel Sommer- und Wintersemester für:
• Grundlagen der Gestaltung, Typografie, Kalligrafie
• Gestaltungslehre, Metall- und Emaille­gestaltung, Sondertechniken künstlerisches Emaillieren
• Edelsteinkunde (Theorie)
• Edelsteinkunde (Praxis)

3. Zulassungsvoraussetzungen

Hochschul- beziehungsweise Fachhochschulreife

oder

Nachweis des Abschlusses einer anderen Vorbildung, die im Land Mecklenburg-Vorpommern als gleichwertig anerkannt wird

oder

Bestehen einer Zugangsprüfung nach ­abgeschlossener Berufsausbildung mit ­anschließender mindestens dreijähriger ­beruflicher Tätigkeit oder nach einer mindestens fünfjährigen beruflichen Tätigkeit

sowie

Nachweis eines Vorpraktikums von mindestens 13 Wochen in Handwerksbetrieben, von denen acht Wochen vor Beginn des Studiums abgeleistet sein müssen, oder erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung (z. B. als Juwelier, Zahntechniker)

und

„Erfolgreiche Teilnahme an der Prüfung über den Nachweis einer entsprechenden künstlerischen Befähigung“ (Einreichung einer Mappe mit künstlerisch-gestalterischen Arbeiten und Eignungsprüfung)

4. Bewerbungsfristen

Zur künstlerischen Eignungsprüfung: 30. April
Um einen Studienplatz: 15. Juli
Immatrikulation: jeweils zum Wintersemester


5. Abschlüsse

Diplom-Designer (FH)


6. Dauer der Ausbildung

Regelstudienzeit: 8 Semester


7. Bestehende Partnerschaften mit anderen (in- und aus- ländischen) Institutionen

Provinciale Hogeschool Limburg (BE), Lin­naeus University (SE), Saimaa University of Applied Sciences (FI), Art Academy of Latvia (VL), Noordelijke Hogeschool Leeuwarden (NL), Technical University of Košice (SK), Østfold University College (NO), Universidade de Coruña (ES), ISDI Instituto Superior de ­Diseño Industrial, Havanna (CU)

8. Kooperationen mit
Wirtschaftsunternehmen

Nein


9. Unterrichtssprache

Deutsch


01 + 03 Die Studentinnen Julia Mark (1) und Victoria Dietrich (3) an ihren Arbeitsplätzen in der Schmuckwerkstatt. 02 Blick in den Materialschrank der Schmuckwerkstatt.
04 + 05 Diplomarbeiten (Bereich Schmuck­design) von Sarah Eiselt (4) und Julia Bergmann (5) 06 Projektarbeit zum Thema „Zeitsprünge – Biedermeier“ von Mareike Bubmann

Text: Prisca DeGroat/Christel Trimborn
Fotos: Julia Bergmann, Frank Teßmer (2), Sarah Eiselt (1), Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar (3)

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